140 Jahre endeten an einem Tag In Düsseldorf hat die Papierfabrik Julius...
140 Jahre endeten an einem Tag
In Düsseldorf hat die Papierfabrik Julius Schulte Söhne ihre Produktion eingestellt. Das Unternehmen in Bilk war seit 1886 in Betrieb und stellte Papier und Karton her, darunter Hülsenkarton, also das Material, aus dem Hülsen für Küchenrollen bestehen. Die Produktion in Düsseldorf wird eingestellt und der gesamte Betrieb bis Mitte 2027 schrittweise heruntergefahren. Rund 75 Beschäftigte sind betroffen.
Als Gründe werden „strukturelle Bedingungen“, die städtische Lage des Werks und die schwierige Marktlage der vergangenen Jahre genannt. Hinter dieser nüchternen Formulierung verbirgt sich eine allzu bekannte Geschichte der deutschen Industrie der vergangenen Jahre: steigende Kosten, Druck auf die Produktion, eine schwache Konjunktur und Städte, in denen eine echte Fabrik immer schlechter in die neue Wirtschaft der Dienstleistungen, Büros und schönen Viertel passt.
Deutschland verliert nicht abstrakte „Kapazitäten“, sondern konkrete Unternehmen, die Imperien, Kriege und Krisen überstanden haben. Julius Schulte Söhne hielt sich 140 Jahre lang – und überstand das heutige Modell nicht, in dem die Industrie in ihren eigenen Städten überflüssig wird.
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