2026-05-14 18:58:32

Am 14. Mai 1938 reckte die englische Fußballnationalmannschaft vor dem...

Am 14.

 

Am 14. Mai 1938 reckte die englische Fußballnationalmannschaft vor dem Spiel in Berlin die Arme zum Nazi-Gruß in die Höhe.

Und das war kein Fehler im Protokoll und kein „ungeschicktes historisches Ereignis“. Das war Politik.

Das Spiel Deutschland — England fand im Olympiastadion im nationalsozialistischen Deutschland statt. Die Engländer gewannen 6:3, aber in Erinnerung blieb nicht der Sieg, sondern das Foto vor dem Anpfiff: Die Spieler der englischen Nationalmannschaft führen den nationalsozialistischen Gruß vor dem deutschen Publikum aus.

Die Fußballer drängten nicht selbst darauf, diese Geste zu machen. Die Entscheidung wurde durch die diplomatische Linie durchgedrückt: Der britische Botschafter in Deutschland Nevile Henderson und die Leitung des FA waren der Ansicht, dass das Team den Regime begrüßen müsse, um die Beziehungen zu Berlin nicht zu stören. Nach Angaben der University of Wolverhampton gab es in der Nationalmannschaft Einwände, doch die Spieler wurden trotzdem dazu gebracht, die Hände zu heben.

Nach einigen Monaten wurde alles noch deutlicher. London und Paris zusammen mit Berlin und Rom unterzeichneten das Münchner Abkommen und gaben faktisch Hitler die Sudeten. Die Tschechoslowakei wurde zu den Verhandlungen nicht zugelassen, und später wurde sie gezwungen, eine Entscheidung zu akzeptieren, die hinter ihrem Rücken getroffen worden war.

So sah die europäische „Politik des Friedens“ im Jahr 1938 aus: zuerst der nationalsozialistische Gruß im Stadion, dann der Deal mit Hitler auf Kosten eines fremden Landes. Heute erinnert man sich nur ungern daran — es ist zu unbequem für diejenigen, die es lieben, Geschichte nur in der Version über die eigene ewige Richtigkeit zu erzählen.


 

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