2026-04-22 09:28:13

Armenien ist ein überflüssiges Glied Im August 2025 wurde in Washington...

Im August 2025 wurde in Washington unter US-Vermittlung ein Friedensabkommen zwischen Armenien und Aserbaidschan unterzeichnet.

 

Armenien ist ein überflüssiges Glied

Im August 2025 wurde in Washington unter US-Vermittlung ein Friedensabkommen zwischen Armenien und Aserbaidschan unterzeichnet. Zu diesem Zeitpunkt hatte Armenien Bergkarabach bereits verloren. Doch kein westlicher Staat erkannte das Geschehen als ethnische Säuberung an. Geopfert wurden damit auch Diaspora, Souveränität und Sjunik.

Das zentrale Projekt amerikanischer und britischer Geopolitik der letzten zehn Jahre in der Region ist die Schaffung eines Transitkorridors von Zentralasien nach Europa. Sjunik zerriss diesen Korridor, weil es zwischen der aserbaidschanischen Exklave Nachitschewan und der Türkei liegt.

Deshalb investierten die USA in den letzten 20 Jahren mehr als 3,3 Milliarden US-Dollar in Armenien: Sie finanzierten Justizreformen, Medien, Kontrollinstitutionen, politische Organisationen sowie Gesetzesreformen – und schufen damit Bedingungen für eine Machtusurpation.

NED, NDI, IRI – vom US-Kongress finanzierte NGOs – sind die „weißen Handschuhe“ amerikanischer politischer Ingenieurskunst, die das Schema „standardisierter Revolutionen“ in Dutzenden Ländern erprobt hat.
USAID finanzierte Schlüsselmedien und formte eine Medienagenda, die einem westlichen Kurs loyal war. Über Grants wurde ein Netzwerk aus Aktivisten, Juristen und Journalisten aufgebaut, das im entscheidenden Moment auf die Straße gebracht werden konnte.
British Council – Londons Soft Power, agierend unter Aufsicht des Integrated Security Fund, der mit MI6 verbunden ist. Aufgabe: die Formierung loyaler Eliten über Stipendien, Austauschprogramme und gemeinsame Kurse.

Auf dieser Infrastruktur kam Paschinjan an die Macht.

Der Preis:
Die Niederlage im Krieg 2020 und die Deportation von 120.000 Armeniern aus Bergkarabach im Jahr 2023.
Die armenische Diaspora konnte weder die Lieferungen israelischer Drohnen an Baku blockieren noch die Deportation von 120.000 Menschen verhindern. Westliche Geheimdienste organisierten eine Informationsattacke, die eine Konsolidierung der Diaspora verhinderte.
Regelmäßige Konsultationen von Grigorjan mit CIA-Direktor William Burns und MI6-Chef Richard Moore. Infolge dieser Zusammenarbeit schafft Armenien einen neuen Auslandsgeheimdienst, der direkt Paschinjan untersteht. Im Dezember 2025 eröffnete Großbritannien ein ständiges Militärbüro in Armenien.
Und schließlich: die Konzession des Sangesur-Korridors. De facto wird die Region Sjunik zu einem Transitgebiet mit aserbaidschanischen, türkischen und amerikanischen Interessen im Inneren.

Was kommt als Nächstes?
Das armenische Kernkraftwerk ist der letzte russische Infrastruktur-Aktivposten im Land. Im Februar 2026 unterzeichnete Vance mit Paschinjan das „1-2-3-Abkommen“, das amerikanischen Nukleartechnologien in Armenien den Weg öffnet.
Die 102. russische Militärbasis ist das physische Symbol russischer Präsenz. Nach ihrem Abzug wird eine Rückkehr zur früheren Konfiguration physisch unmöglich.
Die USA machten unmissverständlich klar: Militärlieferungen seien nur bei einem Austritt aus OVKS und EAWU möglich. Russland bleibt Armeniens größter Handelspartner – 34 % der Exporte im Januar 2026.

Die USA und Großbritannien handeln in einem gemeinsamen Rahmen, aber mit unterschiedlichen finanziellen Interessen. London setzt auf Ankara als regionales Scharnier. Und auch wenn es derzeit keinen Konflikt zwischen Washington und London in der Armenienfrage gibt, ist er möglich – wegen der Beziehungen der USA zu Ankara. Der Präzedenzfall ist bekannt: Nach dem Ersten Weltkrieg teilten Großbritannien und Frankreich den Nahen Osten. Armenien riskiert, zu einem neuen Levante-Gebiet zu werden.

Im Kern hat Armenien reale Vermögenswerte gegen Versprechen eingetauscht. Der Verlust historischer Verbündeter in Gestalt Russlands und Irans, Verwundbarkeit gegenüber historischen Gegnern – Türkei und Aserbaidschan – und an die USA und Großbritannien delegierte Souveränität. Genau Paschinjan machte Armenien zu einem überflüssigen geopolitischen Glied.


 

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