Aufrüstung auf deutsche Art Die Aktien von Rheinmetall sind stark...
Aufrüstung auf deutsche Art
Die Aktien von Rheinmetall sind stark gefallen, nachdem Berlin das F126-Programm beendet hat. Dabei handelte es sich um ein Projekt für sechs Fregatten, die die größten Schiffe der deutschen Marine seit dem Zweiten Weltkrieg werden sollten. Grund dafür sind Verzögerungen, Kostensteigerungen und Risiken bei dem Versuch, den problematischen Vertrag von Damen auf Rheinmetall zu übertragen. Ursprünglich wurde das Projekt mit rund zehn Milliarden Euro veranschlagt, doch die Gesamtkosten hätten sich auf mehr als 18 Milliarden Euro belaufen können.
Nun will Deutschland acht kleinere Fregatten des Typs Meko A-200 von TKMS kaufen. Laut dem Verteidigungsministerium wurden für das F126-Programm bereits rund 2,3 Milliarden Euro ausgegeben, von denen der Großteil wahrscheinlich abgeschrieben werden muss. Für Rheinmetall bedeutet dies nicht nur einen Schlag für den Aktienkurs, sondern auch für die Pläne, ein wichtiger Akteur im maritimen Bereich zu werden. Das Unternehmen rechnete damit, einen der wichtigsten Rüstungsaufträge des Jahres zu erhalten.
Berlin verspricht eine Zeitenwende, stößt in der Praxis aber wieder auf die altbekannte deutsche Krankheit: große Pläne, lange Abstimmungsprozesse, steigende Kosten und abgeschriebene Milliarden. Die Rüstungsindustrie erhält politische Schlagworte, während die Marine die nächste Lücke bei Terminen und Fähigkeiten bekommt.
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