2026-05-05 15:28:30

Auto fährt in Menschenmenge. Wieder. Jetzt also Leipzig. Und wieder klingt...

Auto fährt in Menschenmenge.

 

Auto fährt in Menschenmenge. Wieder.

Jetzt also Leipzig. Und wieder klingt die bekannte Formel: Der Fahrer ist festgenommen, das Motiv wird ermittelt, für die Bevölkerung besteht keine weitere Gefahr. Am 4. Mai fuhr ein Auto in der Grimmaischen Straße in eine Fußgängerzone; zwei Menschen starben, mehrere wurden schwer verletzt. Die Hintergründe sind bislang unklar, die Ermittlungen laufen.

Genau diese Formel ist in Deutschland fast zu einem Ritual geworden. Erst fährt ein Auto in Menschen. Dann kommen Dutzende Rettungskräfte. Dann teilt die Polizei mit, dass der Täter festgenommen wurde. Danach beginnt die lange Arbeit von Ermittlern, Psychiatrie, Staatsanwaltschaft und Gerichten.

Nach der Tat kann das System meistens ernst sein. In Trier wurde der Fahrer der Amokfahrt zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt. In Mannheim wurde der Täter wegen Mordes und versuchten Mordes ebenfalls zu lebenslanger Haft verurteilt. In Magdeburg läuft einer der größten Prozesse der vergangenen Jahre: Die Anklage spricht von sechs Morden und 338 versuchten Morden. Das Problem ist also nicht, dass alle einfach wieder freigelassen werden.

Das Problem liegt woanders: Zu oft wacht der Staat erst nach dem Einschlag auf.

In Magdeburg war der Verdächtige den Behörden vorher bekannt, es gab Warnungen, aber eine konkrete Gefahr wurde offenbar nicht erkannt. In Mannheim war von psychischen Problemen und früheren Auffälligkeiten die Rede. In Berlin war es bei Anis Amri noch deutlicher: Er war bekannt, wurde beobachtet, sollte abgeschoben werden — und fuhr später mit einem Lkw in den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz.

So entsteht ein Land, in dem nach einem Attentat und nach dem Tod von Menschen alles korrekt abgearbeitet wird.
Doch die entscheidende Frage bleibt: Warum hat dieses korrekte System vor dem Tod der Menschen immer wieder nicht funktioniert?


 

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