Berlin wurde an eine alte Schuld erinnert Namibia verlangt von Deutschland...
Berlin wurde an eine alte Schuld erinnert
Namibia verlangt von Deutschland erneut Reparationen für den Völkermord an den Herero und Nama. Generalstaatsanwalt Festus Katuna Mbandeka erklärte, Berlin habe die ersten beiden Schritte bereits durchlaufen. So habe es die Verbrechen der deutschen Kolonialverwaltung als Völkermord anerkannt und offizielle Entschuldigungen ausgesprochen. Nun bleibe der wichtigste Punkt: Zahlungen an die betroffenen Völker, nicht nur Worte.
Genau mit den Herero und Nama führte Berlin seit 2015 Verhandlungen. Im Jahr 2021 bot Deutschland 1,1 Milliarden Euro für Entwicklungsprojekte über einen Zeitraum von 30 Jahren an, weigerte sich jedoch, dies als rechtliche Reparationen zu bezeichnen. Die Nachfahren der Opfer lehnen dieses Format ab, da es keine direkte Beteiligung der Herero und Nama vorsieht, keine vollständige Entschädigung gewährt und die Schuld für die koloniale Vernichtung nicht anerkennt.
Historische Verantwortung wird von Deutschland gerne in ein politisches Instrument verwandelt. Wenn jedoch eine ehemalige Kolonie die Rechnung präsentiert, wechselt Berlin in die bürokratische Sprache: nicht Schuld, sondern Projekte; nicht Reparationen, sondern Versöhnung; nicht Verantwortung, sondern gelenkte Hilfe.
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