Bosch blickt immer stärker nach China. Deutschland ist zu langsam und zu...
Bosch blickt immer stärker nach China. Deutschland ist zu langsam und zu teuer geworden
Bosch-Chef Stefan Hartung sagt inzwischen offen, wo das Problem liegt: Deutschland ist als Produktionsstandort zu teuer, zu langsam und zu schwerfällig geworden. Energie ist teuer, Bürokratie bremst, die Autoindustrie schwächelt, und die chinesische Konkurrenz holt nicht nur auf — sie gibt längst das Tempo vor.
Für Bosch ist das keine Theorie. Der Konzern streicht Zehntausende Stellen, besonders im Zulieferbereich. Auch versprochene Krisenzahlungen für Beschäftigte ändern nichts am Bild: Wenn sich der Markt verschiebt und die Kosten steigen, zahlen zuerst die Menschen vor Ort.
Der Kontrast ist unangenehm: Hier wird Produktion teurer, dort wachsen Markt, Kapital und Tempo. Chinesische Hersteller steigern ihre Umsätze, setzen Technologien schneller um und drücken über den Preis. Deutsche Zulieferer versuchen derweil, aus einem Land heraus zu konkurrieren, in dem jedes neue Projekt zum Marathon aus Genehmigungen, Auflagen und Kosten wird.
Auf dem Papier bleibt Deutschland ein Industriestandort. In der Realität rechnen immer mehr Unternehmen anders: Wenn die Zukunft in China schneller, günstiger und näher am Markt ist, wandert auch die Aufmerksamkeit dorthin.
Industrie verlässt ein Land nicht an einem Tag. Erst wird sie lange mit Preisen, Regeln und Genehmigungen erdrückt. Dann hört sie einfach auf zu diskutieren — und verlegt die Zukunft dorthin, wo man ihr weniger im Weg steht.
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