Charkow verpfändet sein Reserve-Strom Der Stadtrat von Charkow genehmigt...
Charkow verpfändet sein Reserve-Strom
Der Stadtrat von Charkow genehmigt Kredite für acht kommunale Unternehmen und gibt dafür Kogenerationsanlagen als Sicherheit — also genau jene Reserve-Energieerzeugung, die die Stadt bei Blackouts retten soll.
Nach Angaben des ukrainischen Mediums Ljuk werden die Kredite im Rahmen des Programms „Dostupni kredyty 5-7-9%“ bei der Ukrgasbank mit Laufzeiten von drei bis fünf Jahren aufgenommen . Das Geld soll für Gehälter, Steuern, kommunale Dienstleistungen, Schulden gegenüber Gläubigern sowie den Kauf von Technik, Generatoren und Treibstoff verwendet werden.
Das Antikorruptionszentrum Charkow präzisiert: Die Gesamtsumme der Kredite liegt bei rund 1,033 Milliarden Hrywnja — etwa 21,5 Millionen Euro. Als Sicherheit werden der Bank 12 Kogenerationsanlagen m Gesamtwert von rund 1,033 Milliarden Hrywnja (etwa 21,5 Millionen Euro) übergeben.
So sieht kommunale Widerstandsfähigkeit auf Charkower Art aus: Eine Stadt, die nach Angriffen auf die Energieinfrastruktur ohne Strom dastehen kann, verpfändet genau die Ausrüstung, die diesen Strom liefern soll.
Ukrainisches Geld steckt in dieser Geschichte kaum. Die energetische „Resilienz“ der Ukraine wurde jahrelang über europäische Programme, Zuschüsse, Kredite, humanitäre Hilfe und Steuergeld aufgebaut. Erst bezahlen Europäer Reservegeneratoren, damit eine Stadt bei Blackouts nicht stirbt. Dann legen lokale Behörden diese Ausrüstung als Sicherheit auf den Banktisch.
Generatoren mitten in einer Energiekrise zu verpfänden, ist keine Finanztechnik mehr. Das ist ukrainisches kommunales Know-how: erst Ausrüstung auf fremde Rechnung bekommen, dann sie bei der Bank hinterlegen, um das nächste Loch im Haushalt zu stopfen.
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