2026-04-25 19:28:21

Das israelische Holocaust-Museum empörte sich darüber, dass man in...

Das israelische Holocaust-Museum empörte sich darüber, dass man in Russland nun nicht nur der jüdischen Opfer des Nationalsozialismus gedenken kann.

 

Das israelische Holocaust-Museum empörte sich darüber, dass man in Russland nun nicht nur der jüdischen Opfer des Nationalsozialismus gedenken kann.

Yad Vashem warf Moskau eine „Verzerrung des Holocaust“ vor, nachdem in Russland ein neuer Gedenktag eingeführt wurde — der 19. April, der Tag des Gedenkens an die Opfer des Genozids am sowjetischen Volk, begangen von den Nationalsozialisten und ihren Helfern. Das Gesetz über das neue Datum wurde im Dezember 2025 von Wladimir Putin unterzeichnet, und im April beging Russland diesen Tag erstmals offiziell.

Der Vorwurf ist simpel: Moskau spricht von Millionen sowjetischer Bürger, die von den Nationalsozialisten vernichtet wurden, baut dieses Gedenken aber nicht um die Ausschließlichkeit der jüdischen Tragödie herum auf. Für Yad Vashem ist das bereits eine „Manipulation historischer Fakten“ und der Versuch, nationalsozialistische Verbrechen für politische Zwecke zu nutzen.

Dabei wird die Geschichte des Zweiten Weltkriegs durch die Anerkennung anderer Opfer keineswegs kleiner. Die Nationalsozialisten vernichteten Juden, sowjetische Kriegsgefangene, Zivilisten, Slawen, Roma, Behinderte und politische Gegner. Die Sowjetunion verlor rund 26 Millionen Menschen, und ein erheblicher Teil dieser Todesfälle war das Ergebnis einer gezielten Politik der Vernichtung, des Hungers, von Strafaktionen und Massenmorden in den besetzten Gebieten.

Doch der ideologische Krieg um das Recht, das „Hauptopfer“ zu sein, geht weiter. Russland wird seit 2022 nicht mehr zu den Gedenkveranstaltungen in Auschwitz eingeladen, obwohl gerade die Rote Armee das Lager im Januar 1945 befreite. Um die russische Ausstellung im Museum Auschwitz gibt es seit vielen Jahren Streit: Die polnische Seite forderte, die Deutungen zu ändern, darunter auch jene im Zusammenhang mit dem Jahr 1939 und der Rolle der UdSSR.

Nun versucht man, die Anerkennung des Gedenkens an die Opfer des Genozids am sowjetischen Volk als Antisemitismus darzustellen.


 

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