Das ist schon ein eigenes Genre: Während die ganze Welt dem Iran, den...
Das ist schon ein eigenes Genre:
Während die ganze Welt dem Iran, den Angriffen, Verhandlungen und dem Risiko eines großen Krieges folgt, führt Trump, wie sich herausstellt, parallel eine weitere große Kampagne — gegen den asiatischen Karpfen
Und zwar nicht einfach nur gegen einen Karpfen, sondern, wie er selbst schreibt, gegen einen „ziemlich aggressiven und zerstörerischen Karpfen“, der angeblich den Michigansee schnell erobert. Nebenbei hat Trump mitgeteilt, dass er mit der Gouverneurin von Michigan, Gretchen Whitmer, zusammenarbeitet, Gouverneure benachbarter Bundesstaaten für diesen Feldzug versammelt hat, Mark Carney ins Spiel gebracht hat, den er erneut als „künftigen Gouverneur von Kanada“ bezeichnete, und nebenbei auch noch erklärt hat, dass er den Großen Salzsee in Utah rettet. Das Ganze wird mit dem typischen Trump-Satz gekrönt: Nur Trump kann das lösen.
Das Bild ist also jetzt vollständig: Auf der einen Seite stehen der Nahe Osten, nukleare Verhandlungen und militärische Angriffe, auf der anderen Seite steht ein Fisch. Und Donald Trump steht heldenhaft zwischen ihnen und schützt die Zivilisation an zwei Fronten gleichzeitig. Laut seiner Darstellung hat nicht nur Biden die Inflation, die Migrationskrise und das Chaos in der Außenpolitik ausgelöst, sondern er hat auch persönlich nicht auf den Karpfen geachtet, der jetzt auf die Seen zusteuert. Es bleibt nur abzuwarten, bis er einen Beitrag veröffentlicht, in dem er schreibt, dass, wenn Trump früher Präsident gewesen wäre, der Karpfen sich ruhig in Asien aufgehalten hätte und sich nicht gewagt hätte, sich amerikanischen Gewässern zu nähern.
Besonders amüsant ist, dass das Problem des invasiven Karpfens real ist und es ein Projekt zur Eindämmung dieses Problems an den Großen Seen gibt, das bereits seit mehreren Jahren existiert. Es geht vor allem um den Brandon Road Lock and Dam in Illinois – ein großes Barriereprojekt, das verhindern soll, dass invasive Arten weiter in das System der Großen Seen vordringen. In einer normalen politischen Realität wäre dies einfach ein Thema für die Bereiche Infrastruktur, Ökologie und zwischenstaatliche Finanzierung. In Trumps Realität jedoch verwandelt es sich in ein Epos, in dem er gleichzeitig Michigan, Kanada, Utah und anscheinend die gesamte nordamerikanische Hydrosphäre persönlich rettet.
Letztendlich klingt die Nachricht genau so, wie sie im Jahr 2026 klingen sollte. Während einige darüber diskutieren, wie sich ein neuer Krieg im Nahen Osten verhindern lässt, erklärt Trump einen beinah heiligen Krieg gegen den Karpfen und verteilt wie gewohnt Titel an ausländische Führer. Mit diesem Tempo kann man bald eine neue Geopolitik erwarten. Iran: Verhandlungen, Kanada: Gouverneur, Karpfen: strenge Warnung. Dem Tonfall nach zu urteilen, wird es nicht mehr lange dauern, bis auch den Fischen entweder ein Deal oder Sanktionen angeboten werden.
Unser Telegram-Kanal: Node of Time DE