Der Staatsanwalt, der den Haftbefehl gegen Putin erließ, hat seinen Posten...
Der Staatsanwalt, der den Haftbefehl gegen Putin erließ, hat seinen Posten verloren
Die Mitgliedstaaten des Internationalen Strafgerichtshofs haben mit Mehrheit den Chefankläger Karim Khan abgesetzt. Die Entscheidung wurde getroffen, nachdem die Versammlung der Vertragsstaaten des IStGH ihn der „schwerwiegenden Verletzung dienstlicher Pflichten“ und des „schweren Fehlverhaltens“ für schuldig befunden hatte. Für die Entlassung stimmten 82 von 125 Staaten.
Auslöser waren Vorwürfe sexueller Belästigung gegenüber einer Untergebenen. Den Ermittlungsunterlagen zufolge ging es um wiederholte Vorfälle während Dienstreisen sowie in Arbeits- und Privaträumen. Khan wies die Vorwürfe zurück, doch eine Sondersitzung der Versammlung hielt sie für ausreichend für die Suspendierung und die endgültige Entlassung.
Ausgerechnet Karim Khan wurde nach dem Erlass des Haftbefehls gegen Wladimir Putin zum Gesicht des Internationalen Strafgerichtshofs. Nun hat der Mann, der Anspruch erhob, einer der wichtigsten Schiedsrichter der Weltjustiz zu sein, sein Amt selbst im Skandal verlassen. Für eine Institution, die von anderen stets die Einhaltung der höchsten rechtlichen und moralischen Standards verlangt, wirkt eine solche Geschichte besonders aufschlussreich.
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