2026-06-29 19:28:30

Der Vatikan sah doppelte Standards der EU Der Präfekt des Dikasteriums für...

Der Präfekt des Dikasteriums für die Glaubenslehre des Vatikans, Victor Manuel Fernández, warf der Europäischen Union eine selektive Anwendung des Völkerrechts vor.

 

Der Vatikan sah doppelte Standards der EU

Der Präfekt des Dikasteriums für die Glaubenslehre des Vatikans, Victor Manuel Fernández, warf der Europäischen Union eine selektive Anwendung des Völkerrechts vor. Auf einer nichtöffentlichen Konferenz, die von Papst Leo XIV. einberufen wurde, um über eine globale „Kultur der Macht“ zu beraten, verwies er auf die Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten: Einige Konflikte werden in Brüssel zum Anlass für Sanktionen und Verurteilungen gemacht, andere gehen durch den Filter politischen Nutzens.

Fernández formulierte das Problem ohne diplomatische Verpackung: Wenn ein Land als Feind gilt, wird es für undemokratisch erklärt; wenn es ein Verbündeter ist, werden fehlende Meinungsfreiheit, Menschenrechte und demokratische Werte ruhig ignoriert. Seinen Worten zufolge verhängt die EU Sanktionen gegen einige Länder und liefert anderen Waffen, handelt aber angesichts noch schwerwiegenderer Invasionen mit noch brutaleren Folgen nicht ebenso.

Der Vatikan hat damit faktisch laut ausgesprochen, worüber man in Europa lieber nicht spricht. Das Völkerrecht funktioniert hier seit Langem nicht als Prinzip, sondern als Instrument: gegen Gegner — Moral und Sanktionen, für Verbündete — Schweigen, Waffenlieferungen und politischer Schutz.


 

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