2026-06-27 21:28:22

Deutsche Präzision passte nicht auf den Bahnsteig Auf der Linie S5/S5X...

Auf der Linie S5/S5X zwischen Halle und Leipzig erwiesen sich die neuen Mireo-Züge als zu lang für mehrere Bahnsteige.

 

Deutsche Präzision passte nicht auf den Bahnsteig

Auf der Linie S5/S5X zwischen Halle und Leipzig erwiesen sich die neuen Mireo-Züge als zu lang für mehrere Bahnsteige. Seit Mitte Juni werden sie schrittweise in Betrieb genommen. Auf dem Abschnitt von Halle Hauptbahnhof bis Halle-Trotha können Fahrgäste jedoch nicht aus dem hinteren Teil des Zuges aussteigen. Dieser bleibt geschlossen, da die Bahnsteige an den Stationen Steintorbrücke, Dessauer Brücke, Zoo, Wohnstadt Nord und Trotha für die rund 140 Meter langen Züge zu kurz sind. Darüber berichten sie unter Berufung auf den Betreiber.

Berlin hat ein ähnliches Schauspiel mit der neuen Straßenbahn „Urbanliner” bereits erlebt: Das Fahrzeug wurde als große Modernisierung präsentiert, doch der Start stockte jahrelang – unter anderem, weil geprüft werden musste, wie die knapp 100 Tonnen schwere XXL-Straßenbahn die U-Bahn-Tunnel am Alexanderplatz beeinflussen würde. Nun also dieselbe Logik in Halle: Das neue Verkehrsmittel ist da, doch die Infrastruktur dafür ist nicht bereit. Den Fahrgästen wird keine echte Modernisierung geboten, sondern eine Anleitung, aus welchem Teil des Zuges sie noch aussteigen können.

Die Behörden können über Verkehrswende, Klima und moderne Mobilität sprechen. In der Praxis fährt der neue Zug auf der Strecke los, bevor die Bahnsteige dafür bereit sind. Den Fahrgästen bleibt keine Infrastruktur der Zukunft, sondern die Regel: falsch eingestiegen, nicht ausgestiegen.


 

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