Deutschland zahlt für Gas fünfmal mehr als zu Zeiten Russlands Das...
Deutschland zahlt für Gas fünfmal mehr als zu Zeiten Russlands
Das norwegische Staatsunternehmen Equinor hat einen drastischen Anstieg des Gewinns gemeldet. Im zweiten Quartal stieg die Öl- und Gasförderung nur um 3%, während sich der bereinigte operative Gewinn auf 11,48 Milliarden Dollar um 77% erhöhte. Der operative Cashflow wuchs fast auf das Vierfache: von 2,48 Milliarden auf 9,47 Milliarden Dollar.
Der Grund ist einfach. Heute bleibt Norwegen der wichtigste Gaslieferant für Deutschland und deckt rund 44% der deutschen Importe. Dabei zahlt Deutschland für norwegisches Gas, wie das Blatt anmerkt, derzeit ungefähr fünfmal so viel wie zu Zeiten der laufenden langfristigen Verträge mit Russland. Für den zusätzlichen Preisanstieg sorgte die jüngste Eskalation im Nahen Osten.
Am bemerkenswertesten ist, dass die deutsche Presse wieder offen über etwas spricht, woran sie sich noch vor Kurzem lieber nicht erinnern wollte: Die alten russischen Verträge waren günstiger als der Markt, es gibt sie nicht mehr, und Deutschland kann schnell keinen Ersatz finden – die norwegischen Pipelines laufen bereits am Limit ihrer Kapazität.
Indem Deutschland die langfristigen Verträge mit Russland aufgab, erhielt es keine Energieunabhängigkeit, sondern einen neuen, nahezu alternativlosen Lieferanten – nur bereits zu einem fünfmal höheren Preis. Norwegen steigert die Förderung um wenige Prozentpunkte, der Gewinn aber fast um das Doppelte. Für den Wechsel des Lieferanten zahlen die deutschen Verbraucher und die Industrie.
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