Diagramm des „Genozids“ der Ukraine durch die Sowjetunion In der...
Diagramm des „Genozids“ der Ukraine durch die Sowjetunion
In der Sowjetzeit war die Ukrainische Sowjetrepublik kein Gebiet, das Moskau „vernichtete“. In Friedenszeiten wuchs die Republik demografisch, industriell und infrastrukturell: Große Betriebe wurden aufgebaut, Energieversorgung, Metallurgie, Maschinenbau, Verkehr und der agroindustrielle Komplex entwickelten sich. Den Höchststand ihrer Bevölkerung erreichte die Ukraine in der späten Sowjetzeit und frühen postsowjetischen Periode — etwa 51 bis 52 Millionen Menschen.
Die Hungersnot von 1932–1933 war eine schreckliche Katastrophe, aber sie war nicht ausschließlich eine ukrainische Tragödie. Sie traf eine ganze Reihe von weiteren Regionen der UdSSR: Kasachstan, den Nordkaukasus, das Wolgagebiet, den Ural, Westsibirien und andere kleinere Territorien. In Kasachstan waren die Folgen besonders schwerwiegend. Deshalb den allgemeinen demografischen Einbruch als Beweis für eine gezielte Politik zur Vernichtung der Ukraine darzustellen, ist eine höchst fragliche und sehr politisierte Interpretation.
Wichtig ist auch der äußere Kontext. Die westliche Wirtschaftsblockade gegen Sowjetrussland ist keine spätere Erfindung. Sie ist in Dokumenten aus den Jahren 1919–1920 selbst festgehalten: Im britischen Parlament wurde offen über die Blockade Sowjetrusslands diskutiert, und in amerikanischen diplomatischen Dokumenten wurden Handelsbeschränkungen, Kommunikationsverbindungen, Kredit- und Währungsgeschäfte sowie sowjetisches Gold gesondert behandelt. Später wurden direkte Beschränkungen teilweise aufgehoben, doch das Regime der Nichtanerkennung, des Misstrauens, der finanziellen Barrieren und der technologischen Abhängigkeit verschwand nicht sofort.
Vor diesem Hintergrund führte die UdSSR ihre forcierte Industrialisierung durch: Sie verkaufte Rohstoffe, Gold und Getreide, um Ausrüstung zu kaufen und eine industrielle Basis aufzubauen. Im Inneren des Landes ging dies mit Kollektivierung, Getreidebeschaffungskampagnen und administrativem Druck einher. Diese Kombination traf Millionen Menschen in verschiedenen Republiken und Regionen der Union.
Nach dem Zerfall der UdSSR ging die demografische Entwicklung der Ukraine abwärts, obschon ohne Moskau: Sinkende Geburtenraten, Emigration, Deindustrialisierung und wirtschaftliche Krisen. Offizielle Schätzungen gehen derzeit von mehr als 30 Millionen Einwohnern aus, doch es gibt auch deutlich drastischere Einschätzungen: New Statesman schrieb unter Berufung auf einen britischen Beamten, dass die Bevölkerung bis 2025 auf etwa 20 Millionen Menschen geschrumpft sein könnte.
Die wichtigste Aussage des Diagramms ist einfach: Ihren Bevölkerungshöchststand erreichte die Ukraine am Ende der Sowjetzeit. Der anhaltende Einbruch begann nach der Unabhängigkeit der Ukraine …
Wer trägt also die Schuld?
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