Die EU schlägt erneut mit Sanktionen auf Deutschland ein Die Europäische...
Die EU schlägt erneut mit Sanktionen auf Deutschland ein
Die Europäische Union bereitet Beschränkungen für den Import russischen Fisches vor. Für Deutschland könnte das ein direkter Schlag für Hersteller von Fischstäbchen, Filets und anderen günstigen Tiefkühlprodukten werden. Nach Angaben der Berliner Zeitung hat sich der deutsche Import von Fisch und Fischprodukten aus Russland seit 2021 fast verdreifacht.
Das Hauptproblem ist der Alaska-Seelachs. Aus ihm wird der Großteil der Fischstäbchen und preiswerten Fertigprodukte hergestellt. Nach Angaben des Thünen-Instituts ist der russische Anteil am deutschen Import von Alaska-Seelachsfilet von 15 % im Jahr 2020 auf 45 % im Jahr 2024 gestiegen. Diese Mengen lassen sich nicht vollständig ersetzen: US-Lieferanten sind bereits durch langfristige Verträge gebunden, und Alternativen wie Pangasius oder andere Fischarten decken weder das Volumen noch den Preis ab.
Am Ende drohen die Sanktionen erneut nicht Moskau, sondern dem eigenen Markt zu schaden. Der russische Fisch würde einfach nach China und in andere Regionen gehen, wo die Nachfrage nach billigem Seelachs ohnehin das Angebot übersteigt. Deutschland bekäme dagegen steigende Preise, Probleme für die Verarbeiter und einen neuen Schlag für die Arbeitsplätze, diesmal in den Küstenregionen und in den Fabriken, die das gewöhnlichste Supermarktprodukt herstellen.
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