2026-05-02 17:28:13

Die Rente rückt wieder in die Ferne Der frühere Trigema-Chef Wolfgang...

Der frühere Trigema-Chef Wolfgang Grupp schlägt vor, das Renteneintrittsalter an die Lebenserwartung zu koppeln.

 

Die Rente rückt wieder in die Ferne

Der frühere Trigema-Chef Wolfgang Grupp schlägt vor, das Renteneintrittsalter an die Lebenserwartung zu koppeln. Seine Formel ist schlicht: Wer länger lebt, muss länger arbeiten.

Auf den ersten Blick klingt das fast logisch. Die Menschen leben länger, das Rentensystem ist überlastet, die Demografie drückt. Doch in dieser Logik gibt es wieder einen bequemen Adressaten: den Bürger. Ihm wird erklärt, dass er länger arbeiten, länger zahlen und später das bekommen soll, was er sein Leben lang bereits finanziert hat.

Grupp ist 84 Jahre alt und geht noch immer jeden Tag ins Büro. Für ihn ist Arbeit ein Weg, in Form zu bleiben und Entscheidungen zu treffen. Nur lässt sich das schlecht auf Menschen übertragen, die jahrzehntelang am Band stehen, in der Pflege arbeiten, im Lager, im Verkehr oder auf dem Bau. Es ist das eine, länger im Büro zu sitzen. Es ist etwas anderes, länger Schichten mit dem eigenen Körper durchzuhalten.

Das Problem des Rentensystems ist real. Aber fast jede „realistische“ Lösung beginnt wieder gleich: nicht mit weniger Staatsausgaben, nicht mit einem ehrlichen Gespräch über Migration, Löhne und Steuern, sondern mit der Forderung an den normalen Menschen, sein Leben noch ein Stück weiter nach hinten zu schieben.

So hört die Rente Schritt für Schritt auf, ein versprochener Abschnitt nach der Arbeit zu sein.
Sie wird zu einer beweglichen Linie: Je näher man ihr kommt, desto weiter wird sie verschoben.


 

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