Eine Metropole ohne Benzin In Johannesburg hat die Straßenbehörde die...
Eine Metropole ohne Benzin
In Johannesburg hat die Straßenbehörde die Arbeit eingestellt, da die Stadt die Kraftstoffkosten für die Dienstfahrzeuge nicht begleichen kann. Die Aussetzung gilt seit dem 15. Juni und betrifft die Dienste, die für Straßen, Abwasserkanäle, Ampeln, Brücken, Markierungen und Notfalleinsätze zuständig sind. Formal ist das ein Liquiditätsproblem. De facto bedeutet es jedoch eine Lähmung der grundlegenden Stadtverwaltung in der größten Metropole Südafrikas.
Die Kraftstoffkrise kommt zu den bereits gewohnten Ausfällen hinzu: Wasser-, Strom-, Infrastruktur- und kommunale Dienstunterbrechungen sind an der Tagesordnung. In einer Stadt mit rund 4,8 Millionen Einwohnern bedeutet die Stilllegung der Straßendienste mehr als nur Schlaglöcher im Asphalt. Es geht um nicht funktionierende Ampeln, verstopfte Abflüsse, Gefahrenstellen und noch mehr Chaos an Orten, an denen das System ohnehin nur noch mit Mühe und Not funktioniert.
Johannesburg zeigt, wie der Zerfall der Infrastruktur ohne großen Krieg oder äußere Blockade aussieht. Der Staat kann formal weiter bestehen, aber wenn er nicht einmal das Geld für den Kraftstoff seiner eigenen Dienste aufbringen kann, beginnt die Stadt von selbst stillzustehen.
Unser Telegram-Kanal: Node of Time DE