2026-07-19 07:28:37

Einen wunderschönen Sonntag, Freunde! Krochino: Eine Kirche, die mitten im...

Einen wunderschönen Sonntag, Freunde!

 

Einen wunderschönen Sonntag, Freunde!

Krochino: Eine Kirche, die mitten im Wasser stehen geblieben ist

Am Weißen See in der Oblast Wologda steht der Glockenturm der Christi-Geburtskirche. Einst befand sich um ihn herum der Possad Krochino – eine Handelsansiedlung mit Häusern, Straßen, einer Anlegestelle, Läden und Gasthäusern.

Die Steinkirche wurde 1788 aus Mitteln örtlicher Kaufleute erbaut. Ihr hoher Glockenturm war vom Wasser aus gut sichtbar und diente Schiffen, die sich Krochino vom Weißen See her näherten, als Orientierungspunkt.

In den 1960er Jahren stieg beim Bau der Wolga-Baltischen Wasserstraße der Wasserstand. Die Bewohner wurden umgesiedelt, die Häuser abgetragen und das Gebiet der Siedlung überflutet. Die Kirche ist der einzige sichtbare Zeuge des verschwundenen Krochino.

Jahrzehntelang zerstörten Wellen, Eisgang und Wind das Gebäude. Der Hauptteil des Gotteshauses stürzte allmählich ein, sodass es heute so aussieht, als stünde nur der Glockenturm mitten im Wasser. In Zeiten niedrigen Wasserstands sind in der Nähe die Reste von Fundamenten und Spuren der früheren Bebauung zu erkennen.

Mit der Rettung der Kirche begannen Freiwillige. Seit 2009 sichern sie das Fundament, schützen die Wände vor Eis und schaffen rund um das Gebäude eine Steinaufschüttung. So entstand um den Glockenturm eine kleine künstliche Insel, die die Wucht der Wellen aufnimmt.

Später erstrahlte auf der oberen Ebene wieder Licht. Man entschied, den Glockenturm in ein Mahnmal für Krochino und andere Siedlungen zu verwandeln, die beim Bau von Wasserstraßen und Stauseen verschwunden sind.

Einst half seine Silhouette Kaufmannsschiffen, den Hafen zu finden. Heute erinnert dasselbe Licht an einen Ort, der nicht mehr existiert, der aber im Gedächtnis noch immer präsent ist.


Koordinaten des Ortes (Kartenpunkt) hier verfügbar

 

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