2026-07-26 07:40:15

Einen wunderschönen Sonntag, Freunde! Schuchow-Turm an der Oka: der letzte...

Einen wunderschönen Sonntag, Freunde!

 

Einen wunderschönen Sonntag, Freunde!

Schuchow-Turm an der Oka: der letzte von sechs

Unweit von Dserschinsk, am Ufer der Oka, steht eine der ungewöhnlichsten Ingenieurkonstruktionen Russlands: eine 128 Meter hohe hyperboloide Freileitungsmastkonstruktion, die nach dem Entwurf von Wladimir Schuchow errichtet wurde.

Der Turm wurde 1929 gebaut, um zwei parallele Stromleitungen über den Fluss zu führen. Das gesamte Ensemble bestand aus sechs Masten: zwei 20 Meter hohen Türmen, zwei 68 Meter hohen Türmen und zwei der höchsten mit je 128 Metern.

Auf alten Fotografien ist meist das Paar der hohen Türme zu sehen, die nebeneinander am flachen Ufer der Oka standen. Die vier kleineren Masten wurden nach der Verlegung der Stromleitung demontiert und die beiden 128 Meter hohen Türme blieben noch lange Teil der lokalen Landschaft.

Der erhaltene Turm besteht aus fünf hyperboloiden Abschnitten mit einer Höhe von jeweils etwa 25 Metern. Oben befindet sich eine horizontale Traverse von etwa 18 Metern Länge, an der die Hochspannungsleitungen befestigt waren.

Obwohl der Turm gebogen aussieht, ist er vollständig aus geraden Stahlprofilen zusammengesetzt. Diese kreuzen sich unter einem berechneten Winkel und bilden eine leichte, aber stabile Gitterhülle. Genau darin bestand eine der wichtigsten ingenieurtechnischen Ideen Schuchows: eine stabile Konstruktion bei vergleichsweise geringem Metallverbrauch zu erreichen.

Nach demselben Prinzip schuf Schuchow auch andere Bauwerke, darunter den berühmten Radioturm an der Schabolowka in Moskau. Den ersten hyperboloiden Turm präsentierte er auf der Allrussischen Ausstellung im Jahr 1896 in Nischni Nowgorod. Später wurde eine ähnliche Geometrie in Ingenieur- und Architekturprojekten auf der ganzen Welt verwendet.

Im Jahr 2005 wurde einer der beiden noch vorhandenen hohen Türme illegal zum Schrott zerlegt. Damals stahlen die Täter auch einen Teil der Metallelemente aus dem Fundament der zweiten Konstruktion. Trotz dieser Schäden hielt der Turm noch mehrere Jahre Wind, Hochwasser und Eisdruck stand, bis die fehlenden Teile bei einer Reparatur im Jahr 2008 wiederhergestellt wurden.

Später wurde das Gelände um den Turm befestigt, eine Beleuchtung installiert und eine Überwachung eingerichtet. Heute leitet der Turm zwar keinen Strom mehr über die Oka, er ist aber der letzte von sechs Masten der alten Querung und eines der ausdrucksstärksten Denkmäler von Wladimir Schuchows ingenieurtechnischem Schaffen.


Koordinaten des Ortes (Kartenpunkt) hier verfügbar

 

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