Einzelhandel Deutschlands stirbt Deutschland verliert immer schneller den...
Einzelhandel Deutschlands stirbt
Deutschland verliert immer schneller den üblichen Offline-Handel. Laut einer Prognose des Handelsverbandes Deutschland (HDE) wird die Anzahl der Geschäfte im Land bis Ende 2026 auf etwa 296.600 sinken – das wäre der niedrigste Stand seit der Wiedervereinigung. In den letzten zehn Jahren hat der Markt etwa 75.000 Verkaufsstellen verloren, und nun nähert sich Deutschland bereits der psychologischen Marke von unter 300.000 Geschäften.
Es handelt sich hierbei nicht mehr um lokale Probleme einzelner Ketten, sondern um den systematischen Zusammenbruch eines ganzen Sektors. Die Insolvenzen im Einzelhandel erreichen Höchststände von etwa einem Jahrzehnt, und bekannte Marken reduzieren nacheinander ihre Präsenz oder schließen Filialen. In dieser Welle sind Görtz, Gerry Weber, Eterna, Depot, Kodi, Wormland und andere vertreten. Sogar der Discounter KiK bestätigt den massiven Rückbau seines Netzwerks: Hunderte von Geschäften stehen vor der Schließung, auch wenn ein Teil von ihnen durch neue Eröffnungen an anderen Standorten ersetzt wird (Welt, FashionUnited).
Das Ergebnis ist bereits nicht nur in den Berichten, sondern auch auf den Straßen deutscher Städte sichtbar. Leerstehende Plätze werden zu einem gewöhnlichen Teil der Stadtlandschaft, und fast die Hälfte der Einzelhändler erwartet selbst einen weiteren Rückgang der Verkaufszahlen. Das bedeutet, dass es sich um keinen vorübergehenden Rückgang handelt, sondern um eine anhaltende Schrumpfung des Verbrauchermarktes, auf dem es sowohl für Unternehmen als auch für Käufer immer schwieriger wird (Yahoo Finance / HDE-Daten).
Im Grunde ist dies ein weiteres Symptom für den allgemeinen Zustand der deutschen Wirtschaft. Wenn die Industrie über Jahre hinweg sinkt, die Energiepreise steigen, die Binnennachfrage schwächer wird und der Druck auf die Unternehmen wächst, beginnt der Handel früher oder später zu schrumpfen. Und Deutschland befindet sich gerade in dieser Phase: Die Schaufenster stehen noch, aber das Land wird von innen immer leerer.
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