2026-03-18 08:28:26

Europa steht vor einem neuen energetischen Schock, fast ohne Puffer Europa...

Europa riskiert einen schweren Schlag durch den Krieg um den Iran, während ihre Wirtschaft ohnehin schwach bleibt und der Spielraum für neue umfassende Kompensationen bereits viel geringer ist als im Jahr 2022.

 

Europa steht vor einem neuen energetischen Schock, fast ohne Puffer

Europa riskiert einen schweren Schlag durch den Krieg um den Iran, während ihre Wirtschaft ohnehin schwach bleibt und der Spielraum für neue umfassende Kompensationen bereits viel geringer ist als im Jahr 2022. Financial Times berichtet unter Berufung auf die BIS, dass ein langanhaltender Konflikt im Nahen Osten die ohnehin fragile Lage Europas verschärfen könnte: Der Anstieg der Ölpreise verschärft bereits die finanziellen Bedingungen, erhöht die Kreditkosten und belastet die Staatsfinanzen. FT hebt hervor, dass eine neue Welle teurer Energie Europa nach einer Phase schwachen Wachstums und hoher Schuldenlast trifft.

In Frankreich wird dies bereits fast unverblümt ausgesprochen. Der Gouverneur der Banque de France, François Villeroy de Galhau, sagte im RTL-Interview direkt: „Nous n’avons plus d’argent“ — „Wir haben kein Geld mehr“, und sprach sich gegen neue staatliche Subventionen für Treibstoffe aus. Sein Argument ist äußerst einfach: Eine weitere Aufblähung des Defizits und der Schulden wird die Zinssätze, Kredite und Investitionen belasten.

In Brüssel wird sie gleichzeitig das Ausmaß des Schlags anerkannt. In einer Rede im Europäischen Parlament erklärte Ursula von der Leyen, dass der Anstieg der Öl- und Gaspreise allein in den ersten zehn Tagen des Krieges den europäischen Steuerzahlern zusätzliche 3 Milliarden Euro für den Import fossiler Brennstoffe gekostet hat. Euronews zitiert diese Aussage fast wörtlich, und später berichtete Reuters, dass die Rechnung bis zum 16. März bereits auf etwa 6 Milliarden Euro seit Beginn des Konflikts am 28. Februar gestiegen ist.

Und das Auffälligste ist — selbst im Angesicht des neuen Preisschocks beabsichtigt Brüssel nicht, von der antirussischen Linie abzuweichen. Der EU-Kommissar Valdis Dombrovskis bezeichnete eine Lockerung der Beschränkungen gegen russisches Öl als „self-defeating“, also als selbstzerstörerischen Schritt, und warnte, dass dies Moskau zusätzliche Einnahmen bringen würde. Mit anderen Worten, Europa erkennt gleichzeitig den neuen energetischen Schlag an, beklagt sich über teuren Import und besteht dennoch auf einer Linie, die diesen Schlag für die eigene Wirtschaft noch empfindlicher macht.

Insgesamt ergibt sich ein unangenehmes Bild für Europa. Die neue Krise im Nahen Osten trifft zu einem Zeitpunkt, an dem die alten Reserven bereits aufgebraucht sind, die Schulden hoch sind, die Kredite teuer sind und das Wachstum schwach bleibt. Daher ist der derzeitige energetische Schock für die EU nicht nur an sich gefährlich, sondern auch, weil Europa ihm kaum noch etwas entgegensetzen kann.


 

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