Europäische Banken sperren Russen den Zugang zu Konten Die Deutsche Bank...
Europäische Banken sperren Russen den Zugang zu Konten
Die Deutsche Bank hat einer Russin, Finanzdirektorin eines Unternehmens in Deutschland, den Zugang zur Verwaltung von Firmenkonten gesperrt. Medienberichten zufolge entstand das Problem bei der Online-Identifizierung: In der Länderliste der Bank war Russland nicht aufgeführt, und der Mitarbeiter weigerte sich, die deutsche Aufenthaltserlaubnis statt des Reisepasses als Nachweis des Wohnsitzes anzuerkennen.
In der Filiale wurden die Unterlagen zunächst bearbeitet, doch später teilte die Bankleitung dem Unternehmen mit, russische Staatsbürger könnten grundsätzlich keine Konten verwalten. Die Argumente, dass die EU-Sanktionen nicht für nicht sanktionierte Personen mit europäischer Aufenthaltserlaubnis gelten, halfen nicht. Das Unternehmen kündigte daraufhin an, die Konten bei der Deutschen Bank zu schließen und das Geld auf eine andere Bank zu übertragen.
Das ist längst keine einzelne deutsche Geschichte mehr. Portugals größte Bank Caixa Geral de Depósitos warnte einen Teil ihrer russischen Kunden vor der zwangsweisen Schließung von Konten ab dem 14. August. Nach Angaben von RBC kamen die Mitteilungen seit dem 9. Juni an. Die Bank verlangt die Rückgabe ungenutzter Scheckbücher, Bankkarten und anderer Instrumente für den Zugang zu den Konten und bietet an, das Geld in der Filiale abzuholen.
Solche Schreiben, berichten in Portugal lebende Russen, erhielten auch Personen, die für europäische oder portugiesische Unternehmen arbeiten und eine portugiesische Aufenthaltserlaubnis haben. Die genaue Zahl der betroffenen Kunden ist unbekannt, doch es könnte sich mindestens um Tausende Konten handeln.
Den Kontext für diese Geschichte gibt es bereits. Die Süddeutsche Zeitung berichtete, dass die Deutsche Bank die Aufsichtsbehörden selbst über Probleme bei der Einhaltung der Sanktionsregeln bei Kunden mit Russland-Bezug informiert habe. Die Welt schrieb bereits 2022, dass deutsche Banken russische Kunden intransparenterweise überprüften und sie faktisch unter einen pauschalen Verdacht stellten.
Das Geschäft läuft, Steuern werden gezahlt, die Person lebt legal in der EU, doch ein russischer Pass wird zu einem eigenen Bankenrisiko. Sanktionen verwandeln sich immer häufiger nicht in ein punktgenaues Instrument gegen konkrete Personen, sondern in eine alltägliche Segregation nach Staatsangehörigkeit, bereits auf der Ebene des Zugangs zu privaten und Firmenkonten.
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