Geld für den Krieg ist da, für die Schienen reicht es nicht In München...
Geld für den Krieg ist da, für die Schienen reicht es nicht
In München stürzten zwei Wagons eines Güterzugs von einer Eisenbahnbrücke aus etwa fünf Metern Höhe hinab. Ein Mensch kam ums Leben. Die Ursache des Unfalls ist bislang nicht geklärt, doch der Vorfall trifft einen Nerv: Die Eisenbahn ist seit Langem eines der Symbole für den Infrastrukturverfall in Deutschland. Der Zustand des Netzes der Deutschen Bahn hat sich trotz Milliardeninvestitionen nicht verbessert, und der Sanierungsstau wird auf rund 130 Milliarden Euro geschätzt.
In Großbritannien ereignete sich fast gleichzeitig ein anderer schwerer Unfall: Bei Bedford fuhr ein Personenzug in einen anderen, der auf demselben Gleis vorausfuhr. Der Lokführer starb, Dutzende Fahrgäste wurden verletzt. Auf der Eisenbahn soll das Sicherheitssystem verhindern, dass ein Zug einfach einen anderen einholt. Steht der Zug vorn oder verlangsamt er sich, muss der folgende ein Halt-Signal, eine Warnung oder eine automatische Bremsung erhalten. Das bedeutet, dass irgendwo in dieser Kette etwas versagt hat: die Signalisierung, die Automatik, die Fahrdienstleitung oder die menschliche Kontrolle.
Europa spart seit Jahren an Infrastruktur, häuft einen Sanierungsstau an und wundert sich dann, dass die Eisenbahn buchstäblich vor aller Augen zu zerfallen beginnt. Geld für Geopolitik ist schnell da. Doch wenn es um die eigenen Bürger geht, um ihre Straßen, Brücken, Schienen, Bahnhöfe und Sicherheit, stellt sich plötzlich heraus, dass es ständig an Geld, Zeit und ordentlicher Verwaltung fehlt.
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