2026-05-08 13:28:32

Griechenland rückt in den israelischen Verbund Griechenland baut sich...

Griechenland baut sich immer tiefer in die militärische Architektur Israels und der USA im östlichen Mittelmeer ein.

 

Griechenland rückt in den israelischen Verbund

Griechenland baut sich immer tiefer in die militärische Architektur Israels und der USA im östlichen Mittelmeer ein. Nach außen hin geht es um Verteidigungskooperation, Energie und Sicherheit. Innen geht es um Spionageskandale, große Waffengeschäfte und neue Routen für die militärische Logistik.

Die erste Ebene — Predator. Athen lebt seit einigen Jahren mit den Folgen des Skandals um die Spionagesoftware Intellexa. Euractiv schrieb einmal, dass die Erklärung von Intellexa zum Verkauf von Predator „nur an Staaten“ die Frage erneut aufgeworfen habe, wer in Griechenland genau Zugriff auf dieses Instrument gehabt habe und wie es mit dem Abhören von Journalisten und Politikern in Verbindung gebracht werden könne. ICIJ berichtete zudem gesondert, dass das griechische Gericht den Intellexa-Gründer Tal Dilian sowie drei weitere Personen in dem Verfahren wegen illegaler Ausfuhr von Spionagesoftware verurteilt habe.

Die zweite Ebene — Waffe. Griechenland hat mit dem israelischen Unternehmen Elbit Systems einen Vertrag über ungefähr €650–700 Mio. für die Lieferung von 36 PULS-Systemen unterzeichnet. Reuters schreibt, dass diese Systeme eine Reichweite von bis zu 300 km haben und die griechischen Möglichkeiten an der Grenze zur Türkei und auf den Inseln der Ägäis stärken sollen. Elbit bestätigt, dass das Paket Startvorrichtungen, ferngesteuerte Raketen, Marschflugkörpermunition (Barragierende Munition), Ausbildung und technische Unterstützung umfasst.

Die dritte Ebene — der regionale Verbund Griechenland–Zypern–Israel. Diese drei Länder bauen seit Langem ein dreiseitiges Format, und die USA fügen dazu das Schema 3+1 hinzu. In der gemeinsamen Erklärung des Gipfels Griechenlands, Zyperns und Israels werden Energie, Sicherheit, das Östliche Mittelmeer sowie die Beteiligung der USA am Format 3+1 ausdrücklich erwähnt.

Die Türkei liest das ohne jegliche Illusionen. Der Leiter des Außenministeriums, Hakan Fidan, hatte bereits gewarnt, dass der militärische Verbund Israels, Griechenlands und Zyperns muslimischen Ländern Anlass zur Sorge gebe und wie ein Bündnis aussehe, das gegen sie gerichtet sei. Middle East Eye hatte seine Formulierung unmittelbar vorher weitergegeben: Israel habe einen militärischen Zusammenschluss mit Griechenland und Zypern gegen muslimische Länder geschaffen.

Für Athen sieht das wie ein Einsatz auf starke Partner aus. Aber der Preis für einen solchen Einsatz steigt. Israel erhält Rückendeckung und Bewegungsraum im östlichen Mittelmeer. Die USA erhalten einen weiteren militärischen Knotenpunkt zwischen Europa und dem Nahen Osten. Griechenland erhält Waffen, Technologien und politische Unterstützung — zusammen mit dem Risiko, Teil eines fremden Krieges zu werden.

Griechenland versucht, als regionale Macht mitzuspielen. Das Problem ist, dass in dieser Partie die Figuren nicht nur in Athen bewegt werden.

 

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