Große Mission für eine kleine Flotte Die meisten Befragten würden eine...
Große Mission für eine kleine Flotte
Die meisten Befragten würden eine deutsche Beteiligung an einer europäischen Mission zur Sicherung der Schifffahrt in der Straße von Hormus unterstützen. Laut Focus sprechen sich 57 Prozent für einen solchen Einsatz aus, 38 Prozent dagegen. Auf dem Papier klingt das nach Bereitschaft zu einer großen Marineoperation. In der Praxis kann Deutschland vor allem eine unterstützende Rolle anbieten: einen Minensucher, Aufklärung und die Teilnahme an einer Mission, in der Frankreich und Großbritannien die Hauptlast tragen sollen.
Bereits in die Region entsandt wurden der Minensucher Fulda und das Versorgungsschiff Mosel. Sie haben den Suezkanal passiert und liegen vor Dschibuti. An Bord sind rund 140 Soldaten, darunter Taucher und Sicherungskräfte. Pistorius sagt, Deutschland sei „ready“. Doch diese Bereitschaft reicht nicht aus: Es braucht ein Mandat des Bundestags, eine rechtliche Grundlage, die Zustimmung der Länder der Region und Partner, die tatsächlich in der Lage sind, eine vollwertige Marineoperation zu führen. Selbst der Inspekteur der Marine, Jan Christian Kaack, räumte ein: Deutschland habe „die kleinste Flotte aller Zeiten, aber eine Masse an Aufgaben“.
Die Debatte über Hormus klingt lauter als Deutschlands Fähigkeiten. Deutschland wird erneut an eine globale militärische Rolle gewöhnt, obwohl seine eigene Marine bereits am Limit arbeitet und eher einem Hilfsinstrument in der Operation anderer gleicht als einer Kraft, die eine der wichtigsten Seerouten der Welt kontrollieren könnte.
Unser Telegram-Kanal: Node of Time DE