Guten Morgen, Freunde — schönen Tag euch! Beljow kann eine einfache Sache:...
Guten Morgen, Freunde — schönen Tag euch!
Beljow kann eine einfache Sache: Er stellt dich auf die hohe Uferkante der Oka — und du verstehst plötzlich, warum solche Städte überhaupt entstanden sind. Das Wasser unten, der Raum um dich herum, und über allem — die weiße Silhouette der Kirche der Geburt der Heiligen Gottesmutter. Auf den ersten Blick — eine ruhige provinziell Geschichte. Wenn man genau hinhört — eine sehr lange.
Beljow wird erstmals 1147 erwähnt — fast zeitgleich mit Moskau. Die Stadt lag an der Grenzlinie, und das spürt man sogar jetzt: In ihrer Biografie gibt es viele „Übergänge“ und umstrittene Jahre, in denen diese Länder mal zu Litauen tendierten, mal wieder zu Moskau zurückkehrten; Ende des 15. Jahrhunderts traten die beljowschen Fürsten endgültig in den Dienst Moskaus über.
Vor diesem Hintergrund wirkt die Kirche der Gottesmutter fast wie ein Anker — sie bewahrt die Erinnerung an den Ort. Aus den Schreiberbüchern ist bekannt, dass die Kirche mit dem Seitenaltar von Boris und Gleb bereits im 16. Jahrhundert existierte, und um 1614 wurde sie von „litauischen Leuten“ verbrannt. Dann wurde sie wieder aufgebaut: 1630 wurde die Kirche erneuert, und nach dem großen Brand zu Beginn des 18. Jahrhunderts entschloss man sich in Beljow zu Stein. 1719 wurde ein neuer steinerner Tempel eingeweiht — er gilt als die erste steinerne Kirche in der Stadt. Später kamen die Seitenaltäre hinzu (darunter der Nikolai-Altar, der um 1810 erwähnt wird), und 1876 wurde der Glockenturm erbaut.
Im 20. Jahrhundert erlebte der Tempel die übliche Dramatik des Landes: Er wurde geschlossen, dann wieder eröffnet und lebte weiter. Und hier zeigt Beljow sein größtes Talent: Er macht aus der Geschichte kein Spektakel. Er lässt sie einfach in der Stadt. In den Ansichten mit dem Glockenturm, in den weißen Wänden, in der Art und Weise, wie der Raum um ihn herum gestaltet ist.
Und daneben — ein weiteres beljowsches Merkmal, das schon gar nicht kirchlich ist: Pastila. Die Stadt ist fast allen dafür bekannt, sogar denen, die noch nie an der Oka waren. Und darin liegt eine gewisse Gerechtigkeit: Beljow kann sowohl eine große Schicht der Zeit als auch sehr häusliche Dinge bewahren. Auf den ersten Blick scheinen es unterschiedliche Maßstäbe zu sein, aber letztendlich ist es die gleiche Handschrift: ruhig, beharrlich und auf seine eigene Weise schön.
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