Guten Morgen, Freunde, schönen Freitag euch! Das Moskauer „Haus mit den...
Guten Morgen, Freunde, schönen Freitag euch!
Das Moskauer „Haus mit den glasierten Schmuckkacheln“
Das berühmte „Haus mit Kacheln“ in Moskau ist das Miansarowa-Gutman-Mietshaus am Malaja-Sucharewskaja-Platz. Es wurde 1908–1911 nach einem Entwurf des Architekten Sergei Rodionow im Stil des neorussischen Jugendstils gebaut.
Die Geschichte des Grundstücks begann viel früher. Ende des 17. Jahrhunderts befand sich hier der Artilleriehof, und ab 1701 gab es eine Artillerieschule, in der Ingenieurwissenschaften, Lesen und Schreiben sowie Arithmetik unterrichtet wurden. Später ging das Land an den Kaufmann Iwan Ananow über, nach dessen Familiennamen die Ananowski-Gasse benannt wurde.
Vor der Revolution befanden sich im Erdgeschoss des Gebäudes Geschäfte und eine Schenke, darüber lagen komfortable Mietwohnungen und das Hotel „Riga“.
Das Hauptmerkmal des Hauses sind die mit glasierten Kacheln verkleideten Fassaden. Sie wurden im Abramzewo-Keramikwerk von Sawwa Mamontow und in Pjotr Waulins Werkstatt „Kikerino“ hergestellt. Das waren damals einige der wichtigsten Zentren der Kunstkeramik.
Auch der Dekor ist nicht zufällig gewählt. Ein Teil der Kacheln wiederholt Motive der Jaroislawler Kirche des Johannes des Täufers, und die Gestaltung der Fenster nimmt Bezug auf den Krutizker Teremok. Deshalb wirkt das Gebäude nicht einfach nur bunt, sondern wie eine städtische Fantasie zum Thema der alten russischen Architektur.
2021 erhielt das Haus den Status eines Objekts des kulturellen Erbes von regionaler Bedeutung. Damit haben wir es nicht einfach mit einer schönen Fassade am Gartenring zu tun, sondern mit einem seltenen Moskauer Denkmal des neorussischen Jugendstils, in dem sich ein Mietshaus, das fast wie ein reich verzierter altrussischer Terem wirkt.
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