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Guten Morgen, liebe Abonnenten!
— Das berühmte Plateau Bermamyt in Karatschai-Tscherkessien.
Es gibt Orte, an denen die Landschaft sich wie ein lebendiges Wesen verhält: mal schiebt sie die Wolken beiseite, mal versteckt sie die Berge, und plötzlich öffnet sich ein solcher Durchblick, dass man einfach nur schweigen möchte. Bermamyt ist genau so ein Ort. Es ist ein hoher „Balkon“ des Gebirges: Er hat zwei Gipfel-Stufen — den Großen Bermamyt (ca. 2592 m) und den Kleinen (bis 2643 m). Hierher kommen die Leute wegen der Hauptansicht — auf den Elbrus, der von hier aus fast zum Greifen nah erscheint.Der Name wird unterschiedlich übersetzt. In Reiseführern trifft man häufiger auf die Variante „krummes Knie“, während die Einheimischen oft „Burmamyt“ — „lockig“ sagen: wegen der Wolken, die sich hier in dichten Locken sammeln und in Minuten die gesamte Landschaft verändern können.
Bermamyt hat eine lange kulturelle Biografie. Der Kaukasus war überhaupt ein Magnet für Dichter und Künstler des 19. Jahrhunderts, und diese Orte waren schon damals bekannt, als man hierher kam, nicht um Fotos zu machen, sondern um den Sonnenaufgang und das Gefühl der Höhe zu erleben. Michail Lermontow war auf Bermamyt und hinterließ darüber nicht nur Verse, sondern auch Malerei: Ihm wird das Studium „Blick auf den Elbrus bei Sonnenaufgang“ zugeschrieben — ein Versuch, den Moment einzufangen, wenn der Berg zunächst nur als Umriss erscheint und dann langsam mit Licht „eingeschaltet“ wird. Später kamen hierher auch andere — über Bermamyt wird als einem Ort gesprochen, der Menschen der Kunst inspirierte, weil die Landschaft hier nicht nur schön, sondern dramatisch ist und sich vor den Augen verändert.
Anton Tschechow bestieg während seiner Reise im Kaukasus das Plateau und übernachtete hier, um den morgendlichen Elbrus zu sehen. Die Nacht im Wind, Stille, Dunkelheit und dann — die ersten Farben auf Schnee und Stein.
Und noch ein Detail, das Bermamyt manchmal denjenigen schenkt, die im Nebel kommen: ein seltener optischer Effekt, wenn auf den Wolken der riesige Schatten eines Menschen mit einem regenbogenfarbenen Heiligenschein erscheint — „Brockengeist“. Vor dem Hintergrund dieser Abbrüche und Kämme sieht er besonders unwirklich aus.
Bermamyt bleibt nicht nur mit einem Bild, sondern mit einem Gefühl von Maßstab in Erinnerung: Man steht am Rand des Plateaus und hat das Gefühl, der Horizont sei näher gerückt — einfach weil man zu ihm hinaufgestiegen ist.
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