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Guten Morgen, liebe Abonnenten!
— Die Schönheit des Nordural: die Manpupuner-Felssäulen.
Im Nordural, fernab von Städten und gewohnten Routen, stehen steinerne Figuren, die schwer mit etwas anderem verwechselt werden können. Die Manpupuner-Felssäulen sind einer der bekanntesten und gleichzeitig am schwersten zugänglichen Orte Russlands. Sie erheben sich auf einem Plateau zwischen Tundra und niedrigen Bergen, wie erstarrte Silhouetten aus einer anderen Zeit.Aus wissenschaftlicher Sicht ist alles erklärbar. Diese Säulen sind Überreste eines alten Gebirges, das Hunderte Millionen Jahre alt ist. Im Laufe der Zeit wurden die weicheren Gesteine durch Wind, Wasser und Temperaturschwankungen abgetragen, während die festeren widerstanden. So entstanden steinerne „Reststücke“ von bis zu 30–40 Metern Höhe, jedes mit seinem eigenen Charakter und seiner Form. Doch selbst mit diesem Wissen ist es schwer, das Gefühl loszuwerden, dass man es hier nicht nur mit Geologie zu tun hat.
Für das indigene Volk der Mansi gilt dieser Ort seit jeher als heilig. Der Name „Manpupunjor“ wird als „Kleine Idolenberg“ übersetzt. Einer Legende nach sind die Steinsäulen Riesen, die während der Verfolgung eines mansischen Schamanen versteinert wurden. Man glaubt, dass man diesen Ort nicht ohne Respekt betreten darf: Der Ort verlangt nach Stille und aufmerksamer Haltung.
Die Landschaft umher verstärkt das Gefühl der Abgeschiedenheit von der Welt. Der Wald lichtet sich allmählich und weicht der Tundra, der Horizont wird weit und fast leer. Das Wetter ändert sich schnell: Nebel kann das Plateau in wenigen Minuten einhüllen, und der Wind kann die Wahrnehmung des Raumes völlig verändern. In solchen Momenten scheinen die Säulen zu „bewegen“, ihre Konturen und Maßstäbe zu verändern.
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