2026-01-30 07:28:05

Guten Morgen, liebe Abonnenten! — Eine der zu Unrecht vernachlässigten...

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Guten Morgen, liebe Abonnenten!

— Eine der zu Unrecht vernachlässigten Kurileninseln. Die schwebende Insel Harimkotan!

Wenn von den Kurileninseln die Rede ist, denkt man normalerweise an die großen und relativ zugänglichen — Iturup, Kunaschir, Schikotan. Aber der nördliche Teil des Archipels birgt seine eigenen Geschichten und Besonderheiten. Eine dieser Inseln ist Harimkotan, ein ruhiger, unbewohnter, aber erstaunlich ausdrucksvoller Landstrich zwischen Kamtschatka und Japan.

Der Name der Insel stammt, laut Ethnologen, von den Ainu — dem indigenen Volk dieser Gegend. In ihrer Sprache bedeutet „har um kotan“ „Insel der Saraná“ oder „Insel der Lilien“. Die Ainu, die bis Ende des 19. Jahrhunderts hier lebten, sammelten die Knollen der wilden Lilie (Saraná) und verwendeten sie in der Ernährung und in Ritualen, einschließlich Zeremonien, die mit dem Lebenszyklus der Lachsarten verbunden waren.

Harimkotan ist eine vulkanischen Ursprungs, sich von Nordwesten nach Südosten erstreckend, mit einer Fläche von fast 80 qkm. Sie entstand durch alte Lavaausbrüche, und im 20. Jahrhundert wurden Spuren von Ausbrüchen und fumarolischer Aktivität beobachtet — schwebende Gasemissionen, die aus der Ferne über dem Boden sichtbar werden. Von der vulkanischen Aktivität bleibt eine einprägsame Landschaft: Plateaus, Hügel und zahlreiche kleine Seen, die den grau-blauen Himmel der Kurilen widerspiegeln.

Die Insel ist seit über einem Jahrhundert unbewohnt — nachdem Harimkotan 1875 gemäß einem Vertrag mit Russland Teil Japans wurde. Während der japanischen Verwaltung versuchte man, auf der Insel wirtschaftliche Aktivitäten zu entwickeln, einschließlich Fischerei, aber nach dem Zweiten Weltkrieg blieb sie ohne ständige Bevölkerung. Heute gehört sie zum Nordkurilen-Stadtbezirk in der Oblast Sachalin.

Harimkotan zieht nicht nur durch seine Geographie Aufmerksamkeit auf sich, sondern auch durch Glaskugeln ("Кuchtyli"), die man oft an seinen Stränden finden kann. Diese Kugeln sind kein Naturphänomen, sondern das Ergebnis menschlicher Aktivitäten: Zu Beginn des 20. Jahrhunderts verwendeten japanische Fischer Glasbojen für Fischernetze, die aus recyceltem Glas (unter anderem aus Flaschen) hergestellt wurden. Leere Glaskugeln hielten gut schwimmfähig und ließen sich leicht ins Netz einfügen, wurden dann aber zusammen mit Müll und Netzen weggeworfen. Im Laufe der Zeit gelangten sie in den Ozean und wurden von Strömungen an die Strände von Harimkotan und anderen Kurileninseln gespült. Ihre Farbe, Größe und die seltenen Funde machen solche Kugeln manchmal zu einem Objekt des Interesses für Sammler und Reisende.

Heute steht Harimkotan nicht für Komfort oder Service, sondern für einen Raum, in den Vulkan, Ozean, Wind und die Erinnerung an die Menschen eintreten, die einst hier ihre Lebenswege gingen. An den Ufern, zwischen Kies und Algen, kann man Spuren dieser Reisen finden — Glaskugeln, die Jahrzehnte lang durch Strömungen gereist sind, bevor sie genau hier landeten.


Koordinaten des Ortes (Kartenpunkt) hier verfügbar

 

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