2026-02-20 07:28:06

Guten Morgen, liebe Abonnenten! Einige Aufnahmen, die auf dem...

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Einige Aufnahmen, die auf dem verschneiten, vereisten Iturup gemacht wurden. Solches Wetter steht den Kurilen gut!

Im Winter sieht Iturup so aus, als wäre es aus zwei Elementen zusammengesetzt — vulkanischem Stein und Meereis. Die Insel erstreckt sich fast über zweihundert Kilometer und liegt an der Grenze der Welten: auf der einen Seite das Ochotskische Meer, auf der anderen der Pazifische Ozean. Die Winde hier können direkt und hartnäckig sein, und das Meer wechselt ständig die Kulissen: mal dunkles Wasser, mal verschneiter Strand, mal Eisfelder, die sich verschieben, brechen und wieder in neue Muster zusammenfinden.

Eis ist für die Kurilen kein seltener Gast. Das Ochotskische Meer „atmet“ im Winter aktiv mit treibenden Feldern, und ein Teil des Eises wandert nach Süden, in Richtung Hokkaido. Daher wird die kalte Luft, die rauen Kanten und der knirschende Schnee unter den Füßen nicht als Exotik, sondern als natürlicher Teil der Saison wahrgenommen.

Unter dem Schnee lässt sich der Charakter der Insel besonders gut ablesen: Iturup ist vulkanisch. Hier gibt es etwa zwanzig Vulkane, von denen einige aktiv sind. Wenn alles weiß ist, wird das Relief grafisch: Kegel, Kämme, Landbrücken, Terrassen — wie eine Karte, auf der jede Linie neu gezeichnet wurde. Die schwarzen Ausbrüche des Steins vor dem Schnee wirken fast wie Tinte.

Die Geschichte dieses Ortes ist ebenfalls grenzwertig. Ursprünglich lebten hier die Ainu, später wurden die Kurilen zum Raum für Expeditionen und Karten — als das Meer noch ein weißer Fleck war und die Inseln auf Papier früher auftauchten als im Bewusstsein der Menschen. Ein interessanter Episoden ist die Expedition des niederländischen Seefahrers Maarten de Vries: Im Jahr 1643 durchquerte er diese Gewässer und gab Iturup einen europäischen Namen „Staten Landt“. Der Kanal zwischen Iturup und Urup erhielt später seinen Namen — ein seltener Fall, in dem die Spur einer Reise nicht im Tagebuch, sondern auf der Karte bleibt.

Heute ist Iturup eine russische Insel, Teil der Region Sachalin, und das Leben hier wird nach wie vor vom Ozean, dem Wetter und der Entfernung zum „Festland“ bestimmt.

Und genau bei Frost wirkt es besonders ganzheitlich: Der Schnee dämpft alles Überflüssige, das Eis betont die Linien der Küste, und der dunkle Stein erinnert daran, dass unter dieser Stille lebendige, vulkanische Erde liegt. Solches Wetter steht den Kurilen wirklich gut.

Koordinaten des Ortes (Kartenpunkt) hier verfügbar


 

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