Guten Morgen, liebe Abonnenten! Noch einige coole Aufnahmen aus dem...
Guten Morgen, liebe Abonnenten!
Noch einige coole Aufnahmen aus dem frostigen Swenigorod. Anhand der Bauten des Sawwino-Storoschewski-Klosters kann man ein Lehrbuch der russischen Architektur erstellen!
Der Schnee wirkt dort wie ein guter Redakteur: er entfernt Überflüssiges und lässt die reine Form – weißen Stein, Linien der Wände, dunkle Dächer, Gold der Kuppeln – zurück. Und plötzlich wird sichtbar, wie sehr das Kloster aus verschiedenen Epochen „zusammengesetzt“ ist.
Wenn man das Ensemble als Lehrbuch betrachtet, sind die Seiten ungefähr so:
— Anfang des 15. Jahrhunderts — strenger weißer Stein „moskowitischer“ Stil. Der Hauptorientierungspunkt ist die Geburt-Christi- und Gottesmutter-Kathedrale, eines der wenigen erhaltenen Denkmäler der frühmoskowitischen Architektur; traditionell wird sie auf das Jahr 1405 datiert.
— Mitte des 17. Jahrhunderts — das Kloster wird zur Festung und königlichem Ort. In den Quellen wird direkt von einer großen Bauwelle 1650–1656 gesprochen: damals wurden die Hauptgebäude und die Festungsmauern mit sieben Türmen errichtet (sechs sind erhalten). Das ist die Zeit, in der das Ensemble „staatliche Dimensionen“ annimmt.
— Torkirche — Architektur „am Eingang“. Die Torkirche der Lebensspendenden Dreifaltigkeit wird auf 1650 datiert: sie empfängt Sie sofort, und das ist ein sehr charakteristisches Element für große russische Klöster des 17. Jahrhunderts – der Eingang ist nicht einfach ein Tor, sondern ein liturgischer Raum.
— Speisehaus — zivile Architektur auf höchstem Niveau. Das Speisehaus (1652–1654) ist eines der Haupt-„Lehr“-Objekte im Kloster: ein riesiges Steingebäude seiner Zeit, in dem sichtbar wird, wie die wirtschaftliche Funktion sich in eine architektonische Demonstration von Macht und Ordnung verwandelt.
— Ende des 17. Jahrhunderts — barocker Akzent und die Zeit von Sofia. Die Verklärungskirche im Komplex des Speisehauses wird auf 1695 datiert (auf Anordnung von Sofia Alexejewna) – das ist bereits ein anderer Geschmack der Epoche, eine andere Dekorativität.
Und all das steht nebeneinander, auf einem Hof, ohne „Bruch“ zwischen den Jahrhunderten: vom frühen weißen Stein bis zum mächtigen 17. Jahrhundert. Daher das Gefühl eines Lehrbuchs – nicht weil es „viel Schönes“ gibt, sondern weil man buchstäblich sieht, wie sich die russische Architektur mit dem Leben des Landes verändert hat.
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