Guten Morgen und einen schönen Mittwoch, Freunde! Die von Gott...
Guten Morgen und einen schönen Mittwoch, Freunde!
Die von Gott geschaffenen Höhlen des Pskower Höhlenklosters
Unter dem Kloster verläuft ein Netz aus Sandhöhlen, deren Geschichte früher begann als die der Klosteranlage selbst.
Der Überlieferung zufolge schlug der Bauer Iwan Dementjew im Jahr 1392 am Hang eines Hügels Holz. Einer der Bäume stürzte samt Wurzeln um und öffnete den Eingang zu einer Höhle. Darüber entdeckte man die Inschrift „Von Gott geschaffene Höhle“. Die Legende besagt, dass hier bereits Mönchseinsiedler gelebt haben.
Später entstand in der Nähe ein Kloster und die unterirdischen Gänge wurden zu einer Begräbnisstätte für Mönche, Verteidiger der Klosteranlage, Pilger und Vertreter adliger Familien. Vom Eingang gehen sieben Galerien ab, die hier „Straßen” genannt werden.
Die Särge wurden traditionell nicht vergraben, sondern in speziellen Nischen aufgestellt. Dabei gibt es hier praktisch keinen gewöhnlichen Friedhofsgeruch. Dies wird mit den Eigenschaften des trockenen Sandsteins, der konstanten Temperatur und der natürlichen Belüftung der unterirdischen Gänge erklärt.
Die genaue Zahl der Bestatteten ist unbekannt. Schätzungen zufolge sind es jedoch mehr als zehntausend. An den Wänden haben sich Hunderte keramische und steinerne Grabplatten aus dem 16. bis 18. Jahrhundert erhalten.
Mit den Klosterunterwelten sind zahlreiche Erzählungen über verborgene Gänge verbunden. Es heißt, sie führten weit über die Mauern der Klosteranlage hinaus und könnten während Belagerungen genutzt worden sein. Wo die natürlichen Hohlräume enden und die von Menschen angelegten Galerien beginnen, ist bis heute nicht abschließend geklärt.
Das Pskower Höhlenkloster wurde in seiner jahrhundertelangen Geschichte nie vollständig geschlossen. Die Höhlen waren die ganze Zeit über mehr als nur eine museale Kulisse, sie waren Teil einer lebendigen Klostertradition.
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