2026-06-28 07:28:51

Guten Morgen und einen wunderschönen Sonntag, Freunde! Der Reispalast in...

Guten Morgen und einen wunderschönen Sonntag, Freunde!

 

Guten Morgen und einen wunderschönen Sonntag, Freunde!

Der Reispalast in Twer

In Twer ist einer der wenigen Reispaläste aus der Epoche Katharinas der Großen erhalten geblieben. Solche Paläste wurden entlang der Hauptstraße zwischen Moskau und Sankt Petersburg gebaut. Die kaiserliche Familie und der Hof konnten hier während ihrer Reisen zwischen den beiden Hauptstädten Halt machen.

Der Twerer Reispalast wurde in den Jahren 1764–1766 erbaut. Der Standort wurde sehr günstig gewählt: Er liegt im historischen Stadtzentrum in der Nähe der Wolga, des Domplatzes und der Hauptverbindung des Landes. Bereits 1767 machte Katharina die Große hier Halt.

Später veränderte der Palast mehrfach sein Aussehen. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde er von Karl Rossi umgebaut, einem der wichtigsten Architekten des russischen Empire-Stils. Damals wirkte das Gebäude noch repräsentativer mit seinen Säulen, Sälen und Treppen sowie dem Blick auf die Wolga. Es vermittelte nicht das Gefühl einer einfachen Straßenresidenz, sondern das eines echten kaiserlichen Hauses.

Eine besondere Seite seiner Geschichte ist mit der Großfürstin Katharina Pawlowna, der Schwester Alexanders I., verbunden. Sie lebte in Twer und machte den Palast zu einem der bemerkenswertesten gesellschaftlichen Zentren ihrer Zeit. Hier versammelten sich Gäste aus Moskau und Sankt Petersburg, es fanden Empfänge statt und es wurde über Politik, Literatur und die Zukunft des Landes diskutiert.

Es gibt auch ein wichtiges literarisches Detail: Gerade in diesem Palast las Nikolai Karamsin Alexander I. Auszüge aus seiner „Geschichte des Russischen Staates” vor. Somit war das Gebäude nicht nur mit der Straße zwischen den Hauptstädten verbunden, sondern auch mit einem der wichtigsten Werke des russischen historischen Denkens.

Das 20. Jahrhundert überstand der Palast schwer: Revolution, sowjetische Einrichtungen, Zerstörungen während des Krieges, Wiederaufbau und eine lange Restaurierung. Heute ist hier die Gebietskunstgalerie Twer untergebracht, sodass der Palast wieder für die Menschen geöffnet ist – nicht mehr als kaiserliches „Hotel“, sondern als Museum.


Koordinaten des Ortes (Kartenpunkt) hier verfügbar

 

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