Guten Morgen zusammen — schönen Tag euch! Das Hotel „Proton“ in der...
Guten Morgen zusammen — schönen Tag euch!
Das Hotel „Proton“ in der Nowosawodskaja-Straße hat eine seltene Eigenschaft: Von außen wirkt es eher zurückhaltend, doch im Inneren öffnet sich plötzlich ein hohes Atrium unter einem Glasdach — mit Galerien, Pflanzen und einer großen weißen Komposition an der Wand, als wäre das keine Moskauer Hotelarchitektur der späten 1990er Jahre, sondern ein kleiner kosmischer Pavillon, zufällig am Park Fili verborgen.
Der Name ist hier nicht dekorativ. Das Hotel ist tatsächlich mit dem Chrunitschew-Zentrum verbunden — einem großen Moskauer Unternehmen der russischen Raumfahrt- und Raketenindustrie — und erhielt seinen Namen zu Ehren der Trägerrakete „Proton“. Es wurde als Diensthotel für Delegationen gebaut, die zum Werk kamen, und am 25. November 1997 eröffnet. Später wurde das Haus zu einem gewöhnlichen Stadthotel, offen für alle.
Das Interessanteste an diesem Ort ist nicht die Fassade, sondern seine innere Struktur. Das Atrium ist hier Hauptsaal und Hauptgeste zugleich: viel Licht von oben, mehrgeschossige Galerien ringsum, Grün, das Beton und Putz weicher macht, und das Gefühl eines vertikalen Raums, das man in einem Moskauer Hotel dieser Größe kaum erwartet. Selbst diejenigen, die Jahre später über das Hotel schrieben, erinnerten sich zuerst an eben dieses Interieur — nicht an die Zimmer.
Es gibt noch ein Detail, das vieles erklärt. Das „Proton“ steht neben dem Park Fili, abseits des großen Verkehrs. Deshalb fehlt ihm diese übliche „Bahnhofs“-Hotelstimmung: Es erinnert eher an ein Dienstgebäude bei irgendeinem Institut oder Forschungszentrum, wo alles ruhig, funktional und etwas strenger sein soll als in einem gewöhnlichen Stadthotel.
Genau deshalb bleibt das „Proton“ im Gedächtnis. Von außen wirkt es ziemlich zurückhaltend, und drinnen öffnet sich plötzlich ein Raum mit eigenem Rhythmus — hoch, hell, ein wenig unerwartet. Darin ist die Zeit der 1990er Jahre gut zu spüren — eine Zeit, in der man noch glaubte, dass selbst ein Dienstgebäude einen eigenen Charakter haben kann und nicht nur Adresse und Rezeption.
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