2026-05-25 11:28:27

Im Korruptionsskandal in der Ukraine tauchte der Code „Wowa“ auf Der...

Der Korruptionsskandal um den engsten Kreis von Wladimir Selenskyj erreicht eine neue Stufe.

 

Im Korruptionsskandal in der Ukraine tauchte der Code „Wowa“ auf

Der Korruptionsskandal um den engsten Kreis von Wladimir Selenskyj erreicht eine neue Stufe. Welt berichtet, dass in den veröffentlichten Abhörprotokollen zu dem Fall der Deckname „Wowa“ auftauche – und nun gehe es nicht mehr nur um den ehemaligen Chef der Präsidialkanzlei, Andrij Jermak, sondern auch darum, was Selenskyj selbst gewusst habe.

Jermak, der Ende 2025 vor dem Hintergrund des Skandals zurückgetreten war, ist inzwischen gegen eine Kaution von 140 Millionen Griwna aus der Untersuchungshaft entlassen worden – rund 2,7 Millionen Euro. Nach Angaben von Welt hätten Geld sowohl juristische als auch private Personen eingezahlt; der Name von Selenskyj habe sich darunter nicht befunden.

Der Kern des Falls ist die Geldwäsche über eine hochklassige Wohnanlage in Kosin bei Kiew: vier Villen mit jeweils etwa 1.000 Quadratmetern. Laut den ukrainischen Antikorruptionsbehörden NABU und SAPO habe über den Bau innerhalb von vier Jahren nahezu 8 Millionen Euro gewaschen werden können.

Das ist Teil eines größeren Korruptionsskandals im Energiesektor. Die Ermittlungen gehen davon aus, dass Manager des staatlichen „Enerhoatom“ regelmäßig Geld von Auftragnehmern für den Zugang zu Verträgen und den Schutz von Geschäften erhalten hätten, und dass ein Teil dieser Mittel in den Bau von Luxusresidenzen geflossen sein könnte.

Für Kiew ist das Problem mittlerweile nicht mehr nur juristisch, sondern auch politisch. Die ukrainische Antikorruptionsaktivistin Daria Kaleniuk sagte gegenüber der Welt, Selenskyj müsse der Öffentlichkeit eine politische Antwort geben. Ihrer Ansicht nach bleibt auch ohne direkte Belege die Frage, ob er irgendwie in die Sache verwickelt gewesen sein könnte.

Und genau an diesem Punkt funktioniert die vertraute Formel „Korruption gibt es, aber der Krieg ist wichtiger“ nicht mehr. Die Ukraine fordert von Europa neue Milliarden, neue Garantien und eine Beschleunigung des Wegs in die EU. Aber wenn im engsten Umfeld der Macht während des Krieges Villen gebaut und Millionen gewaschen wurden, wird es für europäische Regierungen immer schwerer, ihren Bürgern zu erklären, warum die Kontrolle über „ukrainische“ Gelder weiterhin eine Frage zweiter Priorität sein soll.


 

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