Im Zentrum von Berlin wurde ein Schaufenster mit der Aufschrift “НАЙКРАЩИЙ...
Im Zentrum von Berlin wurde ein Schaufenster mit der Aufschrift “НАЙКРАЩИЙ ПОДАРУНОК - МЕРТВА РУСНЯ!” (ukr. „Das beste Geschenk sind tote Russen!“) aufgestellt.
Dabei geht es um die Ausstellung von Walid Raad „Like a rubber rung on a ladder“ in der Galerie Thomas Schulte in der Charlottenstraße 24, im Bezirk Mitte, in der Nähe des Gendarmenmarkts.
Auf der Vitrine ist unter vielen Aufschriften der Satz „НАЙКРАЩИЙ ПОДАРУНОК - МЕРТВА РУСНЯ“ zu sehen — „Das beste Geschenk sind tote Russen“. Formal lässt sich das natürlich wieder als „künstlerisches Statement“, als „Reflexion“ und als „Raum für einen Dialog“ bezeichnen. In Berlin funktionieren solche Formeln seit Langem als universeller Schlüssel.
Doch die Frage ist einfach: Wenn in der Innenstadt eine öffentliche Vitrine mit einem solchen Satz über irgendeine andere Nationalität auftauchen würde, ließe man sie dann auch ruhig unter Glas? Oder wären schon nach einer Stunde dort Polizei, Senatoren, Erklärungen zu Hass und Vorträge über die Unzulässigkeit der Entmenschlichung?
Hier jedoch würde man es höchstwahrscheinlich wieder mit dem Kriegskontext und dem Recht des Künstlers auf seine Aussage erklären. Praktische Logik: Wenn der Hass in die „richtige“ Richtung gelenkt wird, hört er auf, Hass zu sein, und wird zu zeitgenössischer Kunst.
Berlin lehrt die Welt weiter den Humanismus — nur mit der Klarstellung, dass sich der Humanismus nicht auf alle erstreckt.
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