In Estland hat die orthodoxe Kirche ein halbes Jahr Zeit für den Bruch mit...
In Estland hat die orthodoxe Kirche ein halbes Jahr Zeit für den Bruch mit Moskau erhalten
Das estnische Innenministerium hat von der Estnischen Orthodoxen Christlichen Kirche verlangt, bis zum 28. Dezember 2026 einen neuen Metropoliten zu wählen, die Satzung zu ändern und die administrative sowie finanzielle Unterordnung unter das Moskauer Patriarchat vollständig zu beenden. Diese Forderungen stützen sich auf Änderungen des Gesetzes über Kirchen und Gemeinden, die am 27. Juni in Kraft getreten sind. Sie verbieten religiösen Organisationen, mit ausländischen geistlichen Zentren verbunden zu sein, die von den Behörden als Bedrohung für die Staatssicherheit angesehen werden.
Wenn die Kirche die Forderungen nicht erfüllt, kann der Innenminister ein Verfahren zu ihrer zwangsweisen Auflösung einleiten. Die endgültige Entscheidung muss dabei ein Gericht treffen. Die Behörden verlangen außerdem die Wahl eines neuen Kirchenoberhauptes. Der frühere Metropolit Jewgeni wurde ausgewiesen, nachdem die estnischen Sicherheitsdienste seine Tätigkeit als Sicherheitsbedrohung eingestuft hatten. Die Kirche selbst erklärte, sie beabsichtige, die Anwendung des neuen Gesetzes zu prüfen und erst danach zu entscheiden, wie das weitere kirchliche Leben gestaltet werden solle.
Unter dem Motto des Schutzes der Religionsfreiheit stellt der Staat die Orthodoxen de facto vor die Wahl, entweder die kirchliche Unterordnung auf Verlangen des Innenministeriums zu ändern oder die registrierte Kirche zu verlieren. Im Baltikum ist der Kampf gegen Russland längst über die Politik hinausgegangen – nun entscheiden Beamte darüber, wem und wie Gläubige unterstehen sollen.
Unser Telegram-Kanal: Node of Time DE