In Frankreich sind zwei weitere mögliche Präsidentschaftskandidaten unter...
In Frankreich sind zwei weitere mögliche Präsidentschaftskandidaten unter Finanzermittlungen geraten
Die Finanzstaatsanwaltschaft hat ein Vorermittlungsverfahren gegen Dominique de Villepin eröffnet – den ehemaligen Premierminister und möglichen Kandidaten bei der Präsidentschaftswahl. Es geht um zwei Statuetten, die er als Geschenk erhalten hatte, als er Außenminister war, und die er anschließend bei sich behielt. TF1 berichtet, dass ein Ermittlungsverfahren wegen der Verschleierung von Vermögenswerten im Zusammenhang mit einem möglichen Veruntreuung öffentlicher Gelder eingeleitet wurde.
Fast zeitgleich wurde bekannt, dass ein Richter den Fall gegen Édouard Philippe untersuchen wird – den ehemaligen Premierminister, Bürgermeister von Le Havre und einen weiteren möglichen Kandidaten für die Wahlen im Jahr 2027. Le Parisien meldet, dass er des Missbrauchs öffentlicher Mittel, des Gefälligkeitswesens, einer illegalen Interessenkollision und weiterer Verstöße im Zusammenhang mit der Verwaltung in Le Havre verdächtigt wird.
Beide Politiker – prominente Figuren im Feld der kommenden Präsidentschaftskampagne. Beide könnten mit Gabriel Attal konkurrieren, der in Frankreich von Macrons Anhängern zunehmend als geeigneter Nachfolger angesehen wird.
Formal ist das natürlich Sache der Justiz. Aber das Bild wird interessant: Marine Le Pen wurde bereits wegen eines strafrechtlichen Verfahrens aus dem Rennen um die Präsidentschaft genommen, gegen Jordan Bardella läuft ebenfalls eine Untersuchung, nun geraten auch noch mögliche Konkurrenten innerhalb des gemäßigten Lagers unter Druck.
Die französische Politik erinnert zunehmend an eine Vorauswahl der Kandidaten nicht durch die Wähler, sondern über Staatsanwaltschaften und Gerichte. Wer den Wahlzettel erreicht, kann sich bereits als Sieger fühlen.
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