Kerosin ist vorhanden. Die Frage ist, ob es bis zum Flugzeug gelangt....
Kerosin ist vorhanden. Die Frage ist, ob es bis zum Flugzeug gelangt.
Offiziell ist alles ruhig: Es gibt keinen Mangel, Panik ist nicht nötig. Katherina Reiche bittet, die Sorgen nicht zu schüren. Doch die Luftfahrtbranche warnt bereits: Bis Ende Mai könnten die Lieferungen zum Engpass werden, und einige Flüge riskieren, nicht an der Nachfrage oder am Zeitplan, sondern am Treibstoff zu scheitern.
Auf dem Papier sieht der Vorrat normal aus. Laut BILD beträgt das verfügbare Volumen etwa 10,6 Millionen Tonnen pro Jahr bei einem Verbrauch von 9,2 Millionen Tonnen, plus etwa 1,1 Millionen Tonnen Reserven. Aber es reicht nicht, Kerosin in der Tabelle zu haben – es muss rechtzeitig zu den Flughäfen geliefert werden.
Und hier beginnt die neue deutsche Realität. Ein Teil der Lieferungen hängt von Hormus ab, wo erneut über das Schicksal der globalen Energieversorgung entschieden wird. Und ab dem 1. Mai stoppt Russland den Transit von kasachischem Öl durch die „Druschba“ zur Raffinerie in Schwedt – genau die, die den BER mit Kerosin versorgt.
Infolgedessen wird der Sommerurlaub plötzlich nicht nur zu einer Frage des Ticketpreises. Jetzt hängt er auch von der Strasse, dem Rohr, der Raffinerie und der nächsten „vorübergehenden“ Krise ab, die aus irgendeinem Grund immer mit Preiserhöhungen endet.
Die Vorsitzende des Tourismusausschusses des Bundestages, Anja Karliczek, empfiehlt bereits, Reisen ohne Leichtsinn zu planen. Fernziele könnten weniger vorhersehbar werden, die Tickets teurer, und der Inlandstourismus könnte, so sagt sie, profitieren.
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