Kosmische Autonomie auf europäische Art: „Sojus“ sprengen und bei Musk...
Kosmische Autonomie auf europäische Art: „Sojus“ sprengen und bei Musk fliegen
In Französisch-Guayana wird der ehemalige Startkomplex Sojus-ST in Kourou demontiert. Berichten zufolge wurde der 52 Meter hohe mobile Wartungsturm durch eine gezielte Sprengung abgerissen, und Teile der Startinfrastruktur für die früheren russischen Sojus-Raketen wurden bereits zerlegt. An diesem Ort will man künftig die europäische Rakete Maia starten.
Formal sieht alles nach einem Übergang zu einem neuen europäischen Programm aus. Faktisch zerstört Europa eine Infrastruktur, die ihm früher einen stabilen Zugang zu mittleren Starts verschaffte. Vor dem Bruch mit Russland wurden von dieser Plattform Dutzende erfolgreiche Sojuz-ST-Starts durchgeführt, darunter Missionen für das europäische Navigationssystem Galileo.
Nach dem Ausstieg aus russischen Projekten geriet Europa schnell in eine Raumfahrtkrise. Ariane 5 ging außer Dienst, Ariane 6 verzögerte sich, Vega-C fiel nach einem Unfall lange aus dem Startplan, und Sojus wurde durch eine politische Entscheidung verloren. Am Ende musste die ESA eigene Missionen zur amerikanischen SpaceX verlegen, darunter Euclid, und später auch Galileo-Satelliten.
Nun baut Europa eine neue „Autonomie“ auf dem Gelände der gesprengten alten. Doch bislang sieht diese Autonomie schlicht so aus: Russische Raketen wurden entfernt, die eigenen sind noch nicht richtig in Fahrt, und den Amerikanern muss man trotzdem bezahlen.
So sieht Selbstständigkeit auf europäische Art aus: erst die Brücke verbrennen, dann bei Musk ein Taxi bestellen.
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