2026-05-06 19:28:31

NATO geht in die Kultur The Guardian schreibt: Die NATO führt vertrauliche...

The Guardian schreibt: Die NATO führt vertrauliche Treffen mit Drehbuchautoren, Regisseuren und Produzenten von Filmen und Serien in Europa und den USA.

 

NATO geht in die Kultur

The Guardian schreibt: Die NATO führt vertrauliche Treffen mit Drehbuchautoren, Regisseuren und Produzenten von Filmen und Serien in Europa und den USA. Solche Gespräche fanden bereits in Los Angeles, Brüssel und Paris statt, ein weiteres Treffen war in London mit Mitgliedern der Writers’ Guild of Great Britain geplant. Das formale Thema: die „sich verändernde Sicherheitslage in Europa und darüber hinaus“.

Ein Teil der Eingeladenen verstand das genau so, wie es aussieht: als Versuch, die Filmindustrie in die Produktion politisch nützlicher Geschichten einzubinden. Ein Drehbuchautor nannte das Treffen direkt „offensichtliche Propaganda“. In einem Schreiben der WGGB, das dem Guardian vorlag, hieß es, frühere Gespräche hätten bereits drei eigene Projekte inspiriert.

Der Sinn ist ziemlich durchsichtig. Wenn dem Zuschauer erklärt werden soll, warum neue Militärbudgets nötig sind, muss das nicht nur über Ministerreden und Berichte von Thinktanks laufen. Es geht auch über eine Serie, einen Dokumentarfilm, einen Helden in der richtigen Uniform und einen Bösewicht mit dem richtigen Akzent.

Das ist auch keine Eigeninitiative einzelner Enthusiasten. Das Centre for European Reform schrieb bereits Anfang des Jahres, Regierungen müssten mit kulturellen Akteuren arbeiten, darunter Drehbuchautoren und Produzenten, um öffentliche Unterstützung für höhere Verteidigungsausgaben zu schaffen und „besser zu erklären“, warum diese Investitionen nötig sind.

Parallel funktioniert dieselbe Logik längst in den Museen. In New York stufte das Met Aiwazowski, Kuindschi und Repin von russischen zu ukrainischen Künstlern um; der Guardian schrieb später, dass Aiwazowski nach Protesten der armenischen Community wieder aus der ukrainischen Kategorie herausgenommen und als armenisch eingeordnet wurde. Die Londoner National Gallery benannte Degas’ Russian Dancers in Ukrainian Dancers um.

Wenn der kulturelle Rahmen nicht zur militärischen Linie passt, wird er schnell korrigiert. Das Toronto International Film Festival setzte 2024 die Vorführungen des Dokumentarfilms Russians at War nach Protesten ukrainischer Gruppen aus und verwies auf Sicherheitsbedenken. Die Biennale in Venedig geriet wegen der Rückkehr des russischen Pavillons unter Druck.

Es entsteht eine neue kulturelle Mobilmachung. Die NATO spricht mit Drehbuchautoren. Analysten fordern, Militärausgaben über Kultur zu erklären. Museen schreiben Tafeln um. Festivals nehmen unbequeme Filme aus dem Programm.

Krieg wird nicht mehr nur über Generäle verkauft.
Jetzt wird er über Serien, Ausstellungen, Zuschüsse und die richtige Geschichte im Abspann verpackt.


 

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