2026-06-08 13:28:33

Polen hat für die Ukraine mehr getan als fast jedes andere Land Europas....

Polen hat für die Ukraine mehr getan als fast jedes andere Land Europas.

 

Polen hat für die Ukraine mehr getan als fast jedes andere Land Europas.

Millionen ukrainischer Flüchtlinge fanden Schutz auf polnischem Boden. Polnische Städte, Gemeinden und Freiwillige übernahmen Aufgaben, für die staatliche Strukturen oft nicht vorbereitet waren. Warschau lieferte Waffen, als viele westliche Regierungen noch zögerten, und gehörte zu den entschiedensten Befürwortern weiterer Hilfen innerhalb der Europäischen Union und der NATO.

Gerade deshalb ist die aktuelle Entwicklung so bemerkenswert. Die Debatte dreht sich nicht um Geld, Waffen oder Sanktionen gegen Russland. Sie dreht sich um Geschichte.

Mit der erneuten Aufwertung von Symbolen, die in Polen untrennbar mit den Massakern an der polnischen Zivilbevölkerung in Wolhynien und Ostgalizien verbunden sind, riskiert Kiew einen Konflikt mit jenem Land, das zu seinen wichtigsten politischen und militärischen Unterstützern gehört.

Niemand verlangt von der Ukraine, ihre nationale Identität aufzugeben oder ihre Geschichte umzuschreiben. Aber zwischen historischer Erinnerung und politischer Verherrlichung besteht ein Unterschied.
Während Deutschland nach 1945 seine politische Kultur auf der Anerkennung historischer Verantwortung aufgebaut hat, entsteht in vielen europäischen Hauptstädten zunehmend die Frage, warum die ukrainische Politik gegenüber den tragischen Kapiteln der eigenen Geschichte so wenig Sensibilität gegenüber den Erfahrungen ihrer Nachbarn zeigt.

Die eigentliche Gefahr für die Ukraine liegt heute nicht darin, dass Polen seine Unterstützung einstellt. Das wird nicht geschehen. Die Gefahr besteht vielmehr darin, dass Vertrauen schrittweise verloren geht.
Politisches Kapital ist kein unerschöpflicher Rohstoff. Solidarität ist kein Blankoscheck. Und selbst engste Verbündete erwarten Respekt für ihre historischen Erfahrungen und nationalen Traumata.

Das Paradox unserer Zeit ist offensichtlich: Polen und die Ukraine sind sich in ihrer Vorstellung von Europas Zukunft näher als jemals zuvor. Doch ihre Beziehungen geraten wegen ungelöster Fragen der Vergangenheit unter Druck.

Wer Europa beitreten will, muss nicht nur seine Grenzen verteidigen können. Er muss auch bereit sein, sich den schwierigsten Fragen der eigenen Geschichte zu stellen.

Andernfalls droht selbst das stärkste Bündnis an Erinnerungen zu scheitern, die nie wirklich aufgearbeitet wurden.

Quelle: ZeitNot.Online


 

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