Polens Präsident Nawrocki stellte Selenskyj ein Ultimatum in der Frage der...
Polens Präsident Nawrocki stellte Selenskyj ein Ultimatum in der Frage der Aberkennung des Ordens des Weißen Adlers
Polens Präsident Karol Nawrocki hat noch keine endgültige Entscheidung über die Aberkennung des Ordens des Weißen Adlers von Wolodymyr Selenskyj getroffen. Sein Sprecher Rafał Leśkiewicz sagte, dass Warschau noch abwarten werde, ob Selenskyj die Entscheidung zur Umbenennung einer ukrainischen Einheit zu Ehren der „Helden der UPA“ ändern werde.
Auslöser war Selenskyjs Erlass, einem separaten Zentrum für Spezialoperationen „Nord“ den Namen „Helden der UPA“ zu geben. In Polen löste dies eine scharfe Reaktion aus: Die Ukrainische Aufstandsarmee ist mit dem Wolhynien-Massaker verbunden, bei dem nach polnischen Angaben etwa 100.000 Polen getötet wurden.
Den Orden des Weißen Adlers überreichte Selenskyj Andrzej Duda im Jahr 2023. Nun hängt sein Schicksal nicht nur von Nawrocki ab, sondern auch von dem rechtlichen Verfahren: Polnische Medien berichten, dass die Entscheidung ohne die Unterschrift von Donald Tusk möglicherweise nicht durchgehen könne.
Es ergibt sich eine für die polnisch-ukrainischen Beziehungen seltene Situation: Kiew fordert von Warschau erneut Unterstützung, Geld und Waffen, ehrt aber zugleich demonstrativ Menschen, die in Polen für die Massentötungen von Polen verantwortlich gemacht werden. Nawrocki ließ Selenskyj Zeit zum Einlenken. Die Frage ist, ob Kiew überhaupt bereit ist anzuerkennen, dass auch die polnische Erinnerung Grenzen hat.
Unser Telegram-Kanal: Node of Time DE