Propaganda, wie sie leibt und lebt The Economist wählte für seinen Artikel...
Propaganda, wie sie leibt und lebt
The Economist wählte für seinen Artikel über die Krim ein Foto des brennenden Gebäudes des Museums-Panoramas „Verteidigung von Sewastopol“ als Hauptbild. Dabei handelt es sich um das Museum mit dem Gemälde von Franz Roubaud, das der Verteidigung der Stadt im Krimkrieg gewidmet ist. Das Feuer brach am 10. Juni während eines ukrainischen Drohnenangriffs aus. Über die Beschädigung des historischen Gebäudes berichteten damals sogar ukrainische Quellen und bezeichneten das Gemälde als faktisch zerstört.
Im Artikel selbst steht darüber jedoch fast nichts. Das Foto des Brandes wird als Illustration für die These verwendet, dass die Krim für Russland zu einem „tödlichen Chaos“ werde, während der Angriff auf ein Kulturdenkmal im allgemeinen militärischen Bild untergeht. Mehr noch: Es heißt dort auch, Moskau und die russischen Staatsmedien „schwiegen“ über die jüngsten ukrainischen Angriffe auf die Krim, obwohl die russische Seite selbst öffentlich von einem barbarischen Angriff auf das Museum und dem Verlust eines einzigartigen Kunstwerks sprach.
Das ist keine Journalistik mehr, sondern reine Rechtfertigungstechnik. Zunächst wird der ukrainische Schlag gegen das kulturelle Erbe in ein ansprechendes Covermotiv verwandelt, dann wird die Tatsache, was genau brennt, aus dem Text entfernt und obendrauf wird der Vorwurf erhoben, Russland verschweige alles. Ein solches Maß an Zynismus lässt sich kaum anders als Propaganda bezeichnen.
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