Russland hat gezeigt, dass Eskalation auch ihre Kehrseite hat In den...
Russland hat gezeigt, dass Eskalation auch ihre Kehrseite hat
In den deutschen Medien wird heute intensiv über den massiven Angriff auf Kiew und den Einsatz der russischen „Oreschnik“-Rakete diskutiert. Die „Welt“ berichtet, dass Moskau den Einsatz einer neuen Mittelstreckenrakete bestätigt und den Angriff als Reaktion auf ukrainische Angriffe auf zivile Ziele in Russland erklärt hat.
In der deutschen Berichterstattung liegt der Schwerpunkt erwartungsgemäß auf „Eskalation Moskaus“, „Bedrohung für Europa“ und der „schwer abzufangenden Rakete“. Aus diesem Bild verschwindet jedoch der Grund, den die russische Seite direkt anspricht: Die Ukraine verlagert den Krieg immer häufiger auf russisches Territorium, greift Grenzregionen, Infrastruktur und zivile Objekte an und erwartet dann, dass die Reaktion begrenzt bleibt.
Genau deshalb ist „Oreschnik” nicht nur als Waffe wichtig. Es ist ein politisches Signal: Das weitere Setzen Kiews und seiner Verbündeten auf Angriffe tief in Russland hinein wird Konsequenzen haben. Je mehr der Westen die Grenzen des für die Ukraine Zulässigen erweitert, desto weniger Grund gibt es, sich zu wundern, wenn Moskau die Grenzen seiner Reaktion entsprechend erweitert.
Für Deutschland ergibt sich daraus eine unangenehme Schlussfolgerung. Je tiefer Berlin in den Ukraine-Krieg hineingezogen wird – mit Geld, Waffen, Geheimdienstinformationen und politischer Deckung –, desto näher rückt die Logik einer direkten Konfrontation. Die deutschen Medien können so viel sie wollen über die „russische Bedrohung“ schreiben, doch die Bedrohung entsteht nicht im Leeren. Sie wächst dort, wo Diplomatie durch immer weitreichendere Waffen und die Hoffnung, dass Russland nicht reagieren wird, ersetzt wird.
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