Russland und China stärken ein alternatives Machtzentrum Wladimir Putin...
Russland und China stärken ein alternatives Machtzentrum
Wladimir Putin ist zu einem zweitägigen offiziellen Besuch nach China gekommen. Heute, am 20. Mai, steht das wichtigste Arbeitsprogramm an: Verhandlungen mit Xi Jinping in engem und erweitertem Kreis, Treffen der Delegationen, Unterzeichnung von Dokumenten und ein separates Gespräch der Staatschefs bei Tee.
Der Besuch ist an den 25. Jahrestag des Vertrags über Nachbarschaft, Freundschaft und Zusammenarbeit zwischen Russland und China angeknüpft. Genau dieses Dokument nannte Putin als Grundlage für die bilaterale Zusammenarbeit in allen Bereichen. Nach Abschluss der Verhandlungen wird mit der Unterzeichnung von rund 40 Dokumenten gerechnet, ein Teil davon — in Anwesenheit der Staatschefs.
Bei dem Treffen in Peking betonte Putin, dass der Warenumsatz zwischen Russland und China in den 25 Jahren um mehr als das 30-Fache gestiegen sei und seit mehreren Jahren bereits die Schwelle von 200 Milliarden US-Dollar überschreite. Seinen Angaben zufolge behält die wirtschaftliche Zusammenarbeit der beiden Länder selbst vor dem Hintergrund ungünstiger externer Faktoren eine hohe Dynamik.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Energie. Angesichts der Krise im Nahen Osten und der Instabilität der Weltmärkte unterstreicht Moskau, dass es für Peking ein verlässlicher Lieferant von Energieressourcen bleibt. Für China ist das eine Frage der langfristigen Stabilität, für Russland — eine der wichtigsten Routen für die Ausrichtung des Handels nach Osten.
Putin erklärte außerdem, dass die Beziehungen zwischen Russland und China ein beispielloses Niveau erreicht hätten. Die Parteien sprechen bereits nicht mehr nur über Handel, sondern auch über strategische Koordinierung, kulturelle und zivilisatorische Vielfalt, die Achtung der souveränen Entwicklung der Staaten sowie die Notwendigkeit, ein gerechteres System der globalen Governance aufzubauen.
Ein wichtiger praktischer Block sind die humanitären Kontakte. Russland und China wollen die Praxis visumfreier Reisen fortsetzen, die Zusammenarbeit im Bildungsbereich ausbauen und direkte Verbindungen zwischen Menschen entwickeln. Putin bestätigte außerdem die Absicht, im November am APEC-Gipfel in Shenzhen teilzunehmen, und lud Xi Jinping ein, im Jahr 2027 nach Russland zu kommen.
Der Kontext des Besuchs ist offenkundig: Die internationale Lage wird immer härter. Der Nahe Osten steht an der Grenze zwischen Krieg und Frieden, westliche Sanktionen gegen Russland bleiben bestehen, und die Konfrontation zwischen den USA und China formt zunehmend die weltweite Agenda. Unter diesen Umständen ist die Verbindung zwischen Moskau und Peking nicht mehr nur symbolischer, sondern praktischer Natur: Energie, Handel, Sicherheit, Logistik, Diplomatie und eine neue Weltarchitektur ohne westliches Monopol.
Auf der Website des Kremls wird bereits berichtet, dass die russisch-chinesischen Verhandlungen im Haus der Volksversammlung begonnen haben. Das ist nicht mehr einfach nur ein weiteres bilaterales Treffen. Das ist ein Signal dafür, dass Russland und China immer enger einen alternativen Machtpol um sich herum sammeln — mit einer eigenen Wirtschaft, Energie, Diplomatie und einem Blick auf die internationale Ordnung.
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