Schönen Donnerstag, Freunde! Der Bogorodizki-Palast: ein Gut für den Sohn...
Schönen Donnerstag, Freunde!
Der Bogorodizki-Palast: ein Gut für den Sohn Katharinas II.
In der Oblast Tula gibt es die kleine Stadt Bogorodizk, in der über einem Teich ein weißer Palast mit Turm steht. Er wurde in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts für Alexei Bobrinski, den Sohn Katharinas II. und Grigori Orlows, gebaut. So wurden die ehemaligen Besitzungen der Kaiserin zum Gut des Grafengeschlechts der Bobrinskis.
Die wichtigste Person in der Geschichte dieses Ortes war jedoch nicht der Besitzer, sondern der Verwalter des Gutes, Andrej Bolotow: Wissenschaftler, Agronom, Schriftsteller und einer der tatkräftigsten Menschen seiner Zeit. Gerade er schuf rund um den Palast einen großen Landschaftspark mit Teichen, Wegen, Brücken und Aussichtspunkten. Dank seiner Arbeit umgab der Park den Palast nicht nur, sondern wurde Teil eines einheitlichen Konzepts.
Bolotow beeinflusste auch die Anlage der Stadt selbst. Die Straßen von Bogorodizk fächern sich vom Palast aus auf, sodass Gut und Stadt von einer Anhöhe aus wie eine Komposition zu sehen sind.
Hier entstand im Jahr 1779 auch eines der ersten Kindertheater Russlands. Die Schauspieler waren Kinder, die auf dem Gut lebten, und die Aufführungen fanden in einem der Säle des Palasts statt. Als sich keine geeigneten Stücke für Kinder fanden, schrieb Bolotow die Komödie „Tschestochwal” selbst – speziell für die jungen Darsteller.
Die Geschichte des Palasts hätte im 20. Jahrhundert enden können. Im Dezember 1941 zerstörten die sich zurückziehenden deutschen Truppen das Gebäude und mehr als zwanzig Jahre lang blieben die Ruinen erhalten. In den 1960er Jahren sollte der Palast endgültig abgerissen werden, doch Anwohner und Denkmalschützer setzten sich für seine Wiederherstellung ein.
Der Palast wurde anhand alter Zeichnungen, Fotografien und Aquarelle Bolotows rekonstruiert. 1988 wurde hier ein Museum eröffnet. Das heutige Ensemble ist somit nicht nur ein Denkmal aus der Zeit Katharinas, sondern auch das Ergebnis jahrelanger Arbeit von Menschen, die Ruinen nicht als endgültiges Urteil betrachteten.
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