Schönen Donnerstag, Freunde! Wohnungsmuseum von Archip Kuindschi in St....
Schönen Donnerstag, Freunde!
Wohnungsmuseum von Archip Kuindschi in St. Petersburg
Auf Wassiljewski-Insel gibt es eine Wohnung, in der Archip Kuindschi die letzten 13 Jahre seines Lebens verbrachte - von 1897 bis 1910. Heute ist hier ein Museum, aber das Gefühl eines gewöhnlichen Wohnraums ist dennoch erhalten geblieben: Arbeitszimmer, Atelier, Wohnzimmer, Öfen, Möbel, Gemälde, persönliche Dinge.
Der wichtigste Raum der Wohnung ist ein riesiges Atelier mit einem hohen Glasfenster. Licht war hier nicht für die Schönheit nötig, sondern für die Arbeit: Kuindschi malte Landschaften, experimentierte viel mit Farbe und Beleuchtung und erreichte genau jenen Effekt, für den man ihn den Maler des Lichts nannte.
Kuindschi war ein Mensch mit außergewöhnlichem Schicksal. Er wurde in einer armen Familie in Mariupol geboren, wurde früh Waise, arbeitete viel, bildete sich fast selbstständig aus und wurde schließlich zu einem der bekanntesten russischen Landschaftsmaler. Seine „Mondnacht über dem Dnepr“ nahmen die Zuschauer fast wie ein Wunder wahr: Es ging das Gerücht um, das Bild sei von innen beleuchtet.
In dieser Wohnung wird gut sichtbar, dass hinter der äußeren Wirkung seiner Malerei sehr präzise Arbeit stand. Hier malte er nicht nur, sondern empfing auch Schüler. Kuindschi unterrichtete an der Akademie der Künste und unterstützte später junge Künstler bereits mit eigenen Mitteln.
Nach seinem Tod vermachte er einen erheblichen Teil seines Vermögens der A. I. Kuindschi-Gesellschaf zur Unterstützung von Künstlern. Deshalb erzählt diese Wohnung nicht nur von einem Meister, der Licht malen konnte, sondern auch von einem Menschen, der viel für andere getan hat.
Der Ort ist sehr still und präzise geworden: ein hohes Petersburger Stockwerk, ein großes Fenster, ein Schreibtisch, Staffeleien, alte Öfen und das Gefühl, dass der Künstler nur kurz das Atelier verlassen hat.
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